Personalentwicklung | mit Andy Berg von der Stadt Köln
Kurz gesagt
Andy Berg leitet die Personalentwicklung der Stadt Köln. Mit Peter und Luisa klärt er Grundsatzfragen: was Personalentwicklung ist, was sie kostet und wie eine Behörde anfängt. Danach bewertet er Fortbildungskatalog, Onboarding und Mitarbeiterjahresgespräch und erklärt, warum Zeit für Entwicklung eine Frage der Priorität ist.
Wenn man keine Ahnung hat, dann einfach mal Andy anrufen.
Wer Personalentwicklung in Behörden macht und ihn nicht kennt, sollte das hier hören.
Falls du zweifelst, ob auch mal kompetente Menschen in Behörden arbeiten, dann solltest du das hier wirklich hören.
In kurz:
Andy Berg, der Leiter Personalentwicklung der Stadt Köln beantwortet Grundsatzfragen zu eben diesem Thema.
Kernaussagen
- Personalentwicklung braucht eine Strategie. Andy fragt einen Fachbereich zuerst, wohin er sich entwickeln will: „Wo wollt ihr in fünf Jahren stehen“ (Andy, ca. 7:00)
- Gute Personalentwicklung hängt nicht am Budget. Kompetenzen wachsen durch Menschen, Aufgaben und Herausforderungen: „Geld braucht man immer und das macht vieles leichter. Aber es ist nicht die Grundvoraussetzung für gute Personalentwicklung“ (Andy, ca. 9:00)
- Onboarding ist unterbewertet. Andy sieht Fortschritte, doch viele Behörden unterschätzen den ersten Eindruck noch immer, also „wie unfassbar wichtig das Onboarding ist“ (Andy, ca. 16:00)
- Das Jahresgespräch zeigt die Kultur. Wer erst im Jahresgespräch Neues über sein Team erfährt, hat ein tieferes Problem: „dass Behörden, ernsthaft ein Mitarbeitergespräch brauchen, in erster Linie ein Kulturproblem haben“ (Andy, ca. 22:00)
- Zeit für Entwicklung ist Prioritätensache. Andy blockt dafür täglich Zeit im Kalender: „Das ist einfach eine Frage von Prioritätensetzung und zwar bei allen Akteuren“ (Andy, ca. 30:00)
Kapitel
- ca. 0:00 · Was Personalentwicklung für Peter und Luisa bedeutet
- ca. 4:00 · Andy Berg und fünf Grundsatzfragen
- ca. 11:00 · Ist jeder ersetzbar
- ca. 12:00 · Überbewertet oder unterbewertet: der Fortbildungskatalog
- ca. 16:00 · Onboarding und Andys Start in Köln
- ca. 22:00 · Das Mitarbeiterjahresgespräch
- ca. 29:00 · Zeit für Personalentwicklung
- ca. 33:00 · Was Andy optimistisch macht
Fragen zur Folge
Was ist Personalentwicklung in Behörden?
Andy Berg beschreibt zwei Seiten: was Mitarbeitende und Führungskräfte heute und in Zukunft brauchen, um ihren Job gut zu machen, und welche Potenziale sie haben, die eine Behörde sichtbar machen und fördern kann. Dafür braucht es eine übergeordnete Strategie, etwa die Frage an ein Ordnungsamt, wo es in fünf Jahren stehen will. Mehr dazu im Fachbereich Personal.
Wie fängt eine Behörde mit Personalentwicklung an?
Andy rät, sich mit Fachbereichen, Mitarbeitenden und Führungskräften zusammenzusetzen und offen zu fragen, was sie heute und in Zukunft brauchen. Danach startet die Behörde ein paar Testballons, statt lange Konzepte zu schreiben, und entwickelt sich aus den ersten Erfahrungen weiter.
Braucht eine Behörde das jährliche Mitarbeitergespräch?
Andy hält es für überbewertet und unterbewertet zugleich. In einer guten Kultur sprechen Führungskraft und Mitarbeitende jeden Tag über Entwicklung, dann braucht es das Jahresgespräch kaum. Wo diese Kultur fehlt, hilft es als Mittel zum Zweck. Mehr dazu im Beitrag zum Mitarbeitergespräch in der Behörde und im Fachbereich Führung.
Transkript
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Ehrenbehörde: Personalentwicklung in Behörden. Darum geht's heute. Und nicht nur mit uns, ihr müsst heute nicht nur uns ertragen, sondern wir haben einen ganz, ganz besonderen Gast. Jemanden, der immer, wenn ich irgendwo bei anderen Behörden bin, und es geht Thema Personalentwicklung, instant genannt wird als, ach, was der Andy da Jetzt hab ich gespoilert. Was der Andy da macht in Köln, das ist ja crazy. Insofern freuen wir uns heute sehr über Andy Berg aus der Stadt Köln. Der kommt heute zu uns. Der war auch schon mal in diesem Podcast, aber ...
Luisa: Schon zweimal.
Ehrenbehörde: schon zweimal. Guck mal hier, Stammgast. Andy Stammgast Berg kommt heute und bis dahin können wir zumindestens ganz kurz drüber sprechen, was Personalentwicklung so für uns ist und für euch. Ich möchte euch noch ganz kurz daran erinnern, dass ihr natürlich auch auf die Plattform gehen könnt und dort über das Thema sprechen könnt. Mal gucken, ob Andy auch mitkommt und auch ein paar Tipps und Tricks hat. Personalentwicklung. Ich muss wieder meine Studiumsfrage stellen.
Luisa: Stimmt. Ja, ich wollte gerade sagen, bei mir hat's einfach wieder getriggert, das Studium hat getriggert, weil Personalentwicklung, muss direkt an Lehrbücher denken und Dinge, die ich auswendig lernen musste. war so was wie Job-Enlargement, Job-Enrichment, Job-Rotation. Das ist irgendwie das, was ich so unter Personalentwicklung im Kopf habe.
Ehrenbehörde: Mhm.
Luisa: Aber halt praktisch so null. weiß nicht. Hattest das auch im Studium?
Ehrenbehörde: Gar nicht. Gar nicht. also ich habe ja insgesamt schon kein Verwaltungsstudium gehabt, sondern sehr ... Naja, es war quasi ein Politik- und Geschichtsstudium, mehr oder weniger. Vielleicht noch Soziologie bisschen mit dabei. Aber so praktische Anwendungsfälle hat man nicht. Also, anders praktisch, so juristisch praktisch. So wie nutzt man Völkerrecht im militärischen Kontext oder so was? So was haben wir gemacht. Aber jetzt Personalentwicklung.
Luisa: Okay. Wild.
Ehrenbehörde: Und ich sag mal, ich bin auch ein bisschen auf Kriegsruß mit der Personalentwicklung gewesen.
Luisa: Okay. Okay, das würde mich mal interessieren. Ich kann dir auf jeden Fall sagen, im Verwaltungsstudium, so wie ich es erlebt habe, ist es theoretisch. Aber in welchem Studium ist es nicht theoretisch? Deswegen freue ich mich, dass Andy dabei ist. Weil aus meinem Podcast weiß ich auch, dass er da einen ziemlich coolen Impulse einfach reinbringt. Und ich glaube, da tauchen wir noch ein bisschen in die Praxis ein.
Ehrenbehörde: Auf jeden Fall. Das Schöne an Andy finde ich und an Personalentwicklung, es gerade ... Also, Personalentwicklung hat momentan, glaube ich, einen Vorteil, weil Medien besser werden und damit auch dieses, was wir jetzt machen mit Austausch, das gab es ja vor 10, 15 Jahren in der Form noch nicht. Und damit ist dieses, was machen eigentlich andere wie super interessant, super interessant.
Luisa: Nope. Warum stehst du mit Personalentwicklung aufs Kriegsfuß? Ach so, okay.
Ehrenbehörde: eher mit dem Personalamt der Bundeswehr. Ich weiß ja nicht, ich das ... Vielleicht war das bisschen zu pauschal. Vielleicht ist auch das zu pauschal. Ich sind ja manchmal auch Einzelpersonen, mit denen man gut klarkommt und nicht gut. Wie ist das mit dem Studium? Das hört sich an, als hättet ihr es Studium intensiv gehabt und eine gute Grundlage. Aber es haben ja alle ... wo fehlt's zur Praxis?
Luisa: Ja, weil das einfach ... Ich glaube, ich stehe damit auch auf Kriegsfuß. Also jetzt reingehend in den Podcast, weil es mich einfach so Buzzwords sind, die ich nie der Praxis erlebt hab. Also wie gesagt, diese Job-Enlargement, wo man halt ... Das ist so ein komischer Begriff, man irgendwie nicht fassen kann. Das heißt ja eigentlich im Endeffekt nur, dass du irgendwie mehr Aufgaben dazu bekommst oder andere Aufgaben, dass du mal in einen anderen Bereich reinguckst. Also das ist dann Drop Rotation und Drop Enrichment ist irgendwie, dass du dann zusätzliche, aber irgendwie inhaltliche, krassere Aufgaben bekommst. Also das ist
Ehrenbehörde: Mhm.
Luisa: halt einfach vor allem abstrakt. Deswegen bin ich mal gespannt, wie das dann auch in der Praxis irgendwie aussieht.
Ehrenbehörde: Was davon ist denn die Ausbildung an sich? Oder zählt sich das? Du musst mir das erklären. Ich war in diesem Studio nicht dabei.
Luisa: Was mein ... Gott, Peter, jetzt grillst du mich und jetzt weiß ich das einfach nicht mehr. Ich kann mich nur noch an die Buzzwords erinnern. Die Buzzwords sind hängen geblieben.
Ehrenbehörde: Okay, das ist gut. Wenigstens ist die in der geblieben. das klingt ja auch gut. Klingt ja auch gut.
Luisa: ich hab ... Ausbildung ist, glaub ich, die Vorstufe, würd ich mal sagen. Vielleicht können wir das Andy fragen, weil ich hab tatsächlich auch eine Communityfrage. zum Thema Ausbildung mitgebracht. Ich glaub, die schaffen wir jetzt von der Zeit nicht mehr. Aber ... also, wenn ich das so richtig verstehe, ist Ausbildung quasi was ... ja, offensichtlich Teil davon. Aber glaube, Andy, kannst du dich besser beantworten. Yes, auf jeden Fall. Wir haben ... Ja, wir sind ... Wir
Ehrenbehörde: Ich würd sagen, das ist ein guter Moment, Andy reinzuholen. Wir sind genug geschwommen in diesem Thema, wir holen uns meinen Experten rein.
Luisa: haben versucht, uns zu retten, aber wir brauchen Andy. Ja ...
Ehrenbehörde: Ja, wir brauchen Andy und ich hole ihn mal mit rein. Ein wunderschönes Guten Morgen, Andy, nach Köln. Hi, guten Morgen. Hi. Das Lustige ist, wir haben es gerade schon gesagt, weil wir sind ja ein offener Podcast, transparenter Podcast. Wir holen natürlich die Leute rein und schnacken ganz kurz, ob das mit der Technik alles funktioniert. Und wir haben da schon gesagt ... Jeder braucht einen Andy. Die Energie, die du mitbringst, großartig. Ich lieb das sehr.
Luisa: Ist direkt da, wirklich. Ganz kurz, Peter, hast du es schon gesagt? Andy ist Leiter der Personalentwicklung in Köln.
Ehrenbehörde: Das habe ich noch nicht gesagt. Gut, das ist sehr gut.
Luisa: Wir haben nämlich gemerkt, wir haben unsere Gäste manchmal nicht vorgestellt. Andy ist auch schon sehr lange in der Personalentwicklung. Und Peter und ich sind gerade, Andy, sind gerade schon bisschen geschwommen, was das Thema angeht. Ich hatte es zwar im Studium, aber für mich sind es vor allem Buzzwords. ja, Peter steht damit aufs Kriegsfuß. Ich glaube, können, ich würde vorschlagen, wir steigen ein mit unseren Grundsatzfragen. Wir haben bei uns im Podcast so paar Kategorien. Und eine davon sind die fünf Grundsatzfragen. damit wir erst mal so bisschen ins Thema reinkommen. Perfekt. Peter und seine Jingles sind wieder am Start. Also,
Ehrenbehörde: Geiler Einspieler! Jetzt bin ich richtig on fire! Cool, leg los!
Luisa: erstens, ähm ... Was ist Personalentwicklung? Erst mal ganz mit dem Basic anfangen.
Ehrenbehörde: Ja, Personalentwicklung, ähnlich wie Personalmarketing, eigentlich das, was jeder andere immer besser kann. Wo man dann immer hört, so macht das mal so, macht das mal so, so kann man es vielleicht ganz gut schon mal einleiten. Aber ein bisschen fachlicher gesehen geht es darum, der einen Seite sich zu überlegen, was brauchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, selbstverständlich auch Führungskräfte heute, heute gut ihren Job erledigen zu können? Und was brauchen sie in der Zukunft? Also inwiefern verändern sich auch Anforderungs- und Erwartungsprofile? Und die nächste Facette ist auch noch, welche Potenziale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in sich, die wir hier sichtbar machen können, sie dann zu fördern, auszubauen, zu stärken, damit wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann auf ihrem Karriereweg, wie auch immer der definiert ist, beflügeln können.
Ja, ihr merkt schon, ihr merkt schon, wenn ihr dachtet, es wird einfach nur Hyti-Thai, wir sind die Nächsten, die irgendwie hier cool miteinander abkumpeln, nix ist. Annie
Luisa: spannend.
Ehrenbehörde: hat beides, tiefes Fachwissen und ist ein netter Dude.
Luisa: Auf jeden. Ich
Ehrenbehörde: Das kann ich sehr gerne nur zurückgeben. Danke.
Luisa: kenne aus dem Studium Personalentwicklung, vor allem unter diesen Buzzwords Job Enlargement, Job Enrichment, Job Rotation. Was ist Personalentwicklung auch nicht?
Ehrenbehörde: Ein wünscht-dir-was-Konzert und ein wir gucken mal, dass wir alle möglichen Kompetenzen in einen Menschen zusammen reinknüppeln und überlegen, was da am Ende dabei herauskommen kann. Also wenn man Personalentwicklung wirklich ernsthaft betreibt, braucht es immer eine übergeordnete Strategie. Ich mache mal Beispiel. Wenn wir jetzt im Ordnungsamt sind, dann wäre eine meiner ersten Fragen an das Ordnungsamt. Wo wollt ihr in fünf Jahren stehen? Wie verändert sich euer Wie verändert sich die Bürgerschaft, mit der ihr zusammenarbeitet, also eure Kundschaft, wenn man jetzt diesen Begriff hier wählen möchte? Wie verändern sich politische Rahmenbedingungen? Wie verändern sich Arbeitsbedingungen etc.? Und dann leiten wir daraus ein wirklich gutes fachliches Profil ab, dann Zielgerichte zu überlegen, welche Kompetenzen brauchen die Menschen im Ordnungsamt in den nächsten fünf Jahren.
Was Personalentwicklung nicht ist, auch, ja, wir machen mal die nächste Kommunikationsschulung und jedes Problem, das es auf dem Markt gibt, lösen wir im Zweifelsfall mit dem Coaching. Gott, das tut so weh. Es tut so weh, wie wahr das ist. Gott. Leider, ne? Leider ist das Leider wahr, ja.
Luisa: Du lachst später. Das passt auch so gut zur nächsten Frage. Woran merke ich als Beschäftigte, ob meine Behörde gute Personalentwicklung macht oder überhaupt?
Ehrenbehörde: Ja, das ist eine pfiffige Frage. Ich glaube, man merkt es, wenn man morgens auf die Arbeit geht und das tiefe Vertrauen in den eigenen Arbeitgeber hat, dass der Arbeitgeber einen unterstützt auf seinem Arbeitsweg und auf seinem Karriereweg. Für mich macht sich das nicht bemerkbar, ob wir ein Schulungsprogramm haben oder nicht, sondern bei der Frage wirklich, habe ich ein Vertrauen darin, hier gut aufgehoben zu sein, dass man sich mich kümmert und dass man sich
Luisa: trifft
Ehrenbehörde: meine Talente vielleicht auch bemüht und sichtbar macht. ist wirklich, ich Vertrauen ist es. Ja. Ich wiederhole mein Aua.
Luisa: nervt. Die trifft nerv. Jetzt hab ich vom KGSD ... Ja, ja,
Ehrenbehörde: Ich treffe
Luisa: so was von. Ich hab vom KGSD-Forum deinen Vortrag noch so, oder Workshop noch ein bisschen im Kopf. Was kostet, also die vierte Frage, was kostet Personalentwicklung?
Ehrenbehörde: Ja, jetzt muss ich aufpassen, wenn ich jetzt sage, rein gar nichts, dann freuen sich die Kameradieser Welt und fangen direkt an, den Rotstift zu zücken. Das Bild will ich nicht vermitteln. Aber tatsächlich gute Personalentwicklung und ich würde sogar sagen, herausragende Personalentwicklung, bemisst sich nicht werpunktmäßig am Budget. Denn wenn wir uns jetzt mal überlegen, was wir heute alles gut können, worin wir stark sind von unseren Kompetenzen her und uns dann überlegen, worauf ist das zurückzuführen, dann kommen wir sehr wahrscheinlich nicht bei irgendeiner Schulung heraus, die wir irgendwann mal besucht haben. sondern da kommen wir raus bei Menschen, uns unterstützt haben, Kolleginnen und Kollegen, von denen wir lernen konnten, Aufgaben, an denen wir unsere Kompetenzen weiter schärfen konnten und Herausforderungen, wir hatten, mit denen wir gemeinsam wachsen konnten.
Und aus meiner Sicht ist es die Herausforderung heute von Personalentwicklung, diese Prozesse gut zu steuern und Lernräume zu schaffen, in denen Kompetenzen ehrlich entwickelt werden können und zwar nicht mit dem nächsten Seminar oder dem nächsten Coaching. Von daher, also Geld braucht man immer und das macht vieles leichter. Aber es ist nicht die Grundvoraussetzung für gute Personalentwicklung.
Luisa: Dann fünfte und letzte Frage. Wenn ich als Azurne die ganze Zeit mir gedacht habe, aua bei den Fragen, was ist denn das erste oder wie kann ich als Behörde mit Personalentwicklung anfangen, wenn ich bisher nur Bass betreibe?
Ehrenbehörde: Ja, also wenn man man auch so überhaupt gar nichts hat und das glaube ich trifft nicht auf wirklich viele Behörden zu, dann würde ich immer erstmal mich hinsetzen mit den Fachbereichen, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, also nicht nur mit den Führungskräften und mal einfach ganz offen fragen, was braucht ihr heute, was braucht ihr in der Zukunft und sich dann mit den kreativen Köpfen aus der Verwaltung hinsetzen und überlegen, wie können wir das schaffen. Und dann würde ich jede Behörde der Welt ermutigen, mal ein paar Testballon zu starten. Einfach nicht so lang schnackeln, nicht so viele Konzepte. Gott, ich auch dieses Wort der Konzepte. Das ist mittlerweile so verbrannt für mich. Kein Papierkram. Einfach mal loslegen, einfach mal einen Testlauf starten.
Einfach mal gucken, was herauskommt und dann von den ersten Erfahrungen sich weiterentwickeln.
Luisa: Jo, ich glaub, jede Behörde braucht ein Andy. Peter, oder?
Ehrenbehörde: Das glaube ich auch. Darf ich noch eine Grundsatzfrage hinterher schieben? Ja klar. Super gut. Man hört man, also völlig neutral und habe ich natürlich nie gehört. Den Satz in Behörden gerne mal. Jeder ist ersetzbar. Du als Personalentwickler, was hältst von dem Satz? Das ist ja auch eine fiffige Frage. Mit Blick auf KI würde KI jetzt wahrscheinlich schon sagen ja, weil möglicherweise.
Luisa: Ich glücklich, Sie der Zeit
Ehrenbehörde: Nein, ich glaube grundsätzlich, jeder Sitzbeis ist nur die Frage zu welchem Preis. Und was mir oft fehlt in den Behördenanblick ist, wir gucken so sehr auf das Fachwissen, was jemand hat und sagen dann, wenn jetzt irgendjemand geht, der total viel Wissen hatte, dann ist das schade. Und wenn jemand geht, der nicht so viel Wissen hatte, dann ist das nicht so schade. Ich würde eher sagen, dass man auch ein bisschen mehr auf die Persönlichkeit achten muss. Weil es gibt auch Mitarbeiterinnen und die sich super gut in Teams einbringen, die etwas einfach Natürliches mitbringen, wo man sagt, wenn der Mensch morgens auf der Arbeit aufschlägt, der versprüht so richtig Freude, richtig gute Laune und ist damit auch ein extrem wertvoller Mensch für ein Team und für die gesamte Organisation.
Das heißt, am Ende des Tages, glaube ich, kann jede Verwaltung auch überdauern, auch wenn regelmäßige Fluktuation drin ist. Wir können ja auch nicht irgendwie pleite gehen, leider manchmal.
Luisa: .
Ehrenbehörde: Aber ich glaube, einfach dahin sagen kann man das nicht, dass jeder ersetzbar ist. Das ist eine zu komplexe Frage.
Luisa: Ich hab ein ... Hast du dazu noch was, Peter? Willst du nachhaken? Okay. gut, aber
Ehrenbehörde: Ich hab sehr viel, aber du hast dich ja vorbereitet.
Luisa: ich hab dir gesagt, du darfst reingrätschen. Wenn die für dich drücken
Ehrenbehörde: Alles gut, wenn ich was zu sagen habe, sag ich was.
Luisa: Okay. Endlich, hab ein Spiel mitgebracht. Ich brauch noch einen Behörden-Namen dafür, aber overrated oder underrated, also überbewertet oder unterbewertet. werde dir jetzt Personalentwicklungsmaßnahmen
Ehrenbehörde: Mmh.
Luisa: nennen. Und du darfst dazu einmal sagen, ob die halt überbewertet ist oder unterbewertet. Und Peter darf jetzt...
Ehrenbehörde: Coaching ist überbewertet. Falls es auf deiner Liste steht, wir direkt sagen, Coaching überbewertet.
Luisa: Okay, das hatte ich tatsächlich nicht mit drauf. guter Einwand. Und Peter, du darfst in der Zeit mal überlegen, ob dir ein Name einfällt für dieses Spiel. In Bördisch. Nein,
Ehrenbehörde: Gut, gut. Ich geh kurz raus, ja.
Luisa: nein, alles gut. Das Erste... überbewertet oder unterbewertet der Fortbildungskatalog. mega gerne, mega gerne.
Ehrenbehörde: Überbewertet. Soll ich auch noch kurz sagen, warum? Gerne. Ja, super. In einem Satz vielleicht kurz zusammengefasst, weil wir so sehr darauf getrimmt sind, es ist ja schon fast Teil unserer DNA, dass wir Schulungen, also dass wir Personalentwicklung als eine Fortbildung oder als ein Coaching ansehen. Und darauf haben wir uns jetzt über Jahrzehnte hinweg eingeschossen und übersehen, dass es so unendlich viel mehr Möglichkeiten der Personalentwicklung gibt, die sich eben nicht in Form einer Schulung abbilden. Und deswegen, glaube ich, ist er überbewertet, weil Personalentwicklung überall dort ansetzt, wo es eben nicht eine Schulung ist. Ja, ich glaube tatsächlich, die eine der, also wir sind wieder in diesen typischen Sachen von, wir kennen das halt so und machen das halt weiter.
Und das Rad tatsächlich auch der Wissenschaft hat sich da ja weitergedreht. Also ich verstehe wohl, dass man sagt,
Luisa: Interessant.
Ehrenbehörde: Weiterbildung und Fortbildung sind ein Thema. Das Ding ist, das kommt halt aus einer Zeit, in der Wissen noch was wert war. Das ist ja nicht mehr der Fall. Also, die Zugänglichkeit zu Wissen ist so demokratisiert, dass jeder alles wissen, jeder Zeit hat. könnte mir jetzt mit Claude zehn Minuten Zeit nehmen und für 80 Prozent der Behörden ein gutes Personalentwicklungskonzept schreiben. Ist dann aber nur ein Papier und war noch nicht mit Leben gefüllt. Ich bin bei dir. Die richtige Information zur richtigen Zeit, finde ich, es zum einen. Das können Fortbildungen selten tun, weil Fortbildungen häufig eben ein du eins, zwei Tagessachen sind, wo du sieben Monate vorher wissen musst, wo du wann bist. Und wehe, es passiert was, und dann wirst du in den zwei Tagen mit Information folge, hier könnte ihr Schimpfwort stehen, hast du sehr viele Informationen, und am nächsten Tag kommen erst deine Fragen, dann hast du niemanden mehr.
Also bin ich ziemlich bei dir. Ja. Ja, natürlich. Und auch da, es ist ja gar kein Vorwurf zu machen, es ist halt auch ein, was kenn ich, und wo hab ich noch Zeit für mehr Neues zu holen. Das ist ja das, ähm,
Luisa: Ich kenne aber noch sehr viele Behörden, wo das Gang und Gebe ist.
Ehrenbehörde: warum ... Leute wie Andy auch in die Breite gehen und wir ja auch sagen, hey, tauscht euch aus, guckt euch, holt euch neue Impulse. Ich weiß zum Beispiel, dass ein paar Leute, die bei dir in den Workshops waren, beim KGST-Forum, die Blöcke vollgeschrieben haben und jetzt anfangen, in ihren Behörden genau das zu tun. Also der Impact, ist schon da. Gerade diese Woche, mit der haben gesprochen, gesagt hat, das war mega gut, das setzen wir nächstes Jahr sofort Boah, das würde mich freuen. Das würde mich freuen, weil ich glaube, die Behördenlandschaft ist jetzt hier einfach an einem Punkt, wo sie den nächsten Evolutionsschritt. gehen muss, also nicht nur wegen KI, sondern weil die Aufgaben und die Herausforderungen, die wir haben, so komplex sind, dass wir sie einfach nicht mehr mit einer Schulung lösen können, wo das vielleicht vor 20 Jahren mal geklappt hat.
Ja, absolut. Und dann darf man auch nicht, also wir wollen jetzt nicht zu sehr auf Schulungen renten. Es gibt sicherlich ein Time und Place, also Zeit und Ort für eine gute Schulung. Aber bis du die Schulung konzipiert hast, ist das Wissen ja auch schon wieder veraltet, wenn wir ganz ehrlich sind. Yes. So, und wenn du dann keine Schulung baust, die darauf angewiesen, also ich habe zum Beispiel meine Schulung, mach, quasi kaum ein, hier ist meine innertliche Vorbereitung, sondern was sind eure Probleme? Und dann gucken wir uns gemeinsam an, wie wir die lösen und nicht, hier sind die sieben Sachen, die ihr braucht, weil das ist halt... Absolut. Ja.
Luisa: Überbewertet oder unterbewertet das Onboarding.
Ehrenbehörde: Unterbewertet. Leider immer noch. Ich glaube, den letzten sechs, sieben Jahren hat sich hier zwar schon einiges getan in der Behördenlandschaft, aber ich glaube, ist der Kroschen immer noch nicht absolut final gefallen, wie unfassbar wichtig das Onboarding ist. Und zwar auch nicht nur das fachliche, sondern auch das ganze Soziale. Kommt ein Mensch anfühlt, sich wohl versteht, dass sofort die internen Spielregeln, die Abläufe, die Menschen. Hat jemand einen, der auch einen nicht nur zeigt? Hier ist der Ordner, da kannst du es ablegen, sondern der einen zeigt, hey, ich bin keine Annemarie oder Klaus, wollen wir mal zusammen eine Mittagspause verbringen und so weiter. Aber ich glaube allzu oft, insbesondere die Menschen, aus einer Privatwirtschaft kommen und vielleicht auch ein Bild von einem öffentlichen Dienst haben, werden da zu schnell leider bestätigt, weil wir uns hier nicht genug Mühe geben.
Ich möchte kurz eine... Also ich weiß, dass du
Luisa: Ich... ja...
Ehrenbehörde: das auch machst, deswegen ist das kein Gegen deine Aussage, sondern sogar eher für, mit ein bisschen Verständnis für Behördenmenschen. Ganz, ganz viel sind Vorbilder. Und ganz, ganz viel ist, was kenn ich selber. Und es gibt genug Behörden, wo das quasi so ... einfach nicht gelebt wird. Beziehungsweise wo das einfach kein Ding ist. Leute ... Die sollen ja ihren Job machen. Weißt du, was ich meine? Die nehmen das so als Job. Das meinte ich vorhin auch, jeder ist ersetzbar. Das aber auch das Mindset, womit das Onboarding schon losgeht. So, bist du nicht hier, ist jemand anderes hier. Und das spüren Menschen, glaube ich, sehr, viel. Das ist, was wir mit Wertschätzung meinen. Jeder ist ersetzbar, ich verstehe es, einer fachlichen Perspektive.
Auf einer persönlichen Perspektive, das hattest du auch schon angeteasert, ist das gar nicht so. Es gibt Leute, sind fachlich top, ja, cares? Claude ist auch fachlich top. Mit denen würde ich trotzdem kein Mittagessen gehen. Dann gibt's Leute, einfach, was du auch gesagt hast, so ein Team ... Sind die nicht mehr da, ist das Team durch. Wir sind halt ... Wir haben die Chance in den nächsten Jahren mit KI und den Möglichkeiten, die wir haben.
Luisa: .
Ehrenbehörde: uns viel mehr wieder auf diese menschliche Kernkompetenz von Verwaltung zurückzuführen. Und umso mehr braucht es Leute, die fachlich ja ... top sind. Aber auf der anderen Seite kann jeder fachlich relativ schnell top sein, weil die Informationen einfach da sind. Klammer auf, Erfahrung in der Praxis braucht es natürlich auch. Klar, weiß ich. Aber eben auch das gerade, das menschliche und das zwischenmenschliche wird das, was, glaube ich, Menschen immer mehr und immer wieder mehr brauchen. Gerade wenn KI ein Thema wird, weil die Leute sich nach Menschen sänen.
Luisa: Ich
Ehrenbehörde: Ja, absolut. Und
Luisa: kann es
Ehrenbehörde: hier auch Zeiträume zu schaffen, das finde ich wahnsinnig wichtig. Denn in meiner Bubble, in der ich mich bewege, es meistens so, man kommt hin, bis dahin hat sich der To-Do-Berg schon unendlich hochgestapelt. Dann ist man froh, dass jetzt endlich jemand da ist. dann heißt es so, eine Stunde kurze Präsentationsfolien, das sind wir. Und jetzt hier ist der erste Aktenstapel. Aktenstapel Nummer zwei ist noch im Kofferraum. Leg mal los. Aber auch Räume zu schaffen, in denen man sich menschlich austauschen kann. Gerade am Anfang. finde ich wahnsinnig wichtig. ja, wir haben hier schon echt gute Schritte gemacht im öffentlichen Dienst. Da bin ich auch tatsächlich echt stolz drauf, Teil dieses Systems zu sein. Aber ich glaube, ist noch spürbar Luft nach oben.
Luisa: Ich kann es auch nur bestätigen. In meiner Ausbildung sind ja immer irgendwie so Mini-Onboardings in den Praxisphasen. Und es so oft vorgekommen, dass ich einfach dort hingekommen bin und das erste, was mir gesagt wurde, war so, du kommst heute schon? Und das hat mir nicht das beste Gefühl gegeben, sagen wir mal so.
Ehrenbehörde: Ja, spannender Aspekt auch gerade im Ausbildungsbereich. Ja, ich glaube, da ist auch noch Luft nach oben. Ja, und das Lustige ist ja, es sind so Kleinigkeiten. Also wir sind wir, du hattest das ja auch gesagt von wie viel Geld braucht Personalmarketing? Also so sehe ich mal zehn Minuten, also zehn Minuten Zeit nehmen kostet Geld. Aber ich würde mal behaupten, im Return on Invest sind zehn Minuten am ersten Tag der neuen Person, die da ankommt. durchaus gut investierte zehn Minuten. Und wir hatten die Woche, glaube ich, schon mal drüber geredet, Luisa. Man kann so viel machen, auch mit fünf Minuten Vorbereitung vorher. Also ich brauch dich nicht studiert haben, ein gutes Gespräch anfangen zu können, aber quasi fünf Minuten als Chef oder als Chefin vorher sich noch mal die Personalakte, die man dann ja bis dahin hat, der Person sich anzugucken, einfach auch ein informiertes Gespräch zu führen, damit man das Gefühl hat, da hat sich jemand mit einem beschäftigt.
Luisa: Auf Fall.
Ehrenbehörde: Das sind fünf Minuten vorher von mir aus 10, 15 Minuten Kaffee trinken. Und dann sind das in 20 Minuten, hast du quasi die Basis für die nächsten Jahre an Beziehung gelegt.
Luisa: Auf jeden Fall.
Ehrenbehörde: Absolut. Ich hatte hier in Köln übrigens ein total cooles Onboarding, weil ich bin im Februar
Luisa: Unterbewertet.
Ehrenbehörde: diesen Jahres in Köln gestartet, also mitten zur Karnevalszeit hinein sozusagen. Dann war relativ am Anfang, ich glaube geführt Woche zwei oder drei, war bei uns die amtsinterne Karnevalsfeier. Da hat auch ein Kollege von mir mich an die Hand genommen und hat mich dann wirklich allen Menschen vorgestellt, mit denen ich auch fachlich bisschen mehr zu tun haben werde als mit anderen vielleicht. Und da war ein super herzliches Willkommen heißen und es war auch eine total skurrile Situation, weil ich dann meine Chefchefin im Schneemannkostüm gesehen habe. Irgendwer anders war der Candyman und hat die ganze Zeit Süßigkeiten verteilt und so. Es war eine richtig coole Feier. Und gleichzeitig habe ich da auf eine ganz sympathische Art und Weise ganz viele nette Menschen kennengelernt, weil sich jemand einfach mich gekümmert hat und sich überlegt hat.
Guck mal, der Andy, der ist neu, der braucht Kontakte. Wie kann man die Kontakte herstellen? Ach, das wäre jetzt ein guter Moment.
Luisa: So,
Ehrenbehörde: Das sind auch die Kleinigkeiten, die ihr hier gerade schon angeteasert habt, auf die es ankommt und nicht irgendwie das große übergeordnete Bild. Rheinland, Rheinland. In Norddeutschland so, ja, das da hinten, das Thorsten.
Luisa: moin!
Ehrenbehörde: Moin moin. Merkst schon, der schnackt viel. Absolut. Absolut. Genau so ist es.
Luisa: So safe, ist einfach so. Ein Letztes habe ich noch. Unterbewertet oder überbewertet, das Mitarbeiterjahresgespräch.
Ehrenbehörde: Das ist jetzt für den Fall, dass die Melina Schmechter von der KGST jetzt zuhören sollte. der war ich nämlich hier vor einigen Monaten in einer coolen Projektgruppe unterwegs. Da würde sie jetzt schmunzeln, weil sie wahrscheinlich direkt sieht, dass ihr jetzt hier so ein interessantes Thema für mich angeschnitten habt. Also ich sage, es ist sowohl unterbewertet als auch überbewertet. Warum? Ich glaube, dass Behörden, ernsthaft ein Mitarbeitergespräch brauchen, in erster Linie ein Kulturproblem haben. Das ist einfach mal so eine wackele These, ich jetzt in den Raum stelle. Weil, bitte? Die sehr gut, die These. Super, Weil, wenn man sich jetzt überlegt, wenn ich einmal im Jahr mich mit meiner Führungskraft oder ich als Führungskraft mit meiner Mitarbeiter und meinem Mitarbeiter zusammensetze und da dann über Themen spreche, über die wir das gesamte Jahr hinweg nicht gesprochen haben.
Luisa: Das ist schon richtig... Ja, das ist so on point und aber...
Ehrenbehörde: und die ich vielleicht auch gar nicht auf dem Schirm habe, wo ich dann jetzt zum Beispiel frage, ja wo siehst du dich in fünf Jahren? Und jetzt kommt da eine Antwort, die ich vorher nicht kannte. Dann ist das für mich ein Indikator, dass da irgendetwas kulturell wahnsinnig schief läuft. Denn in meiner Ansicht sollten Mitarbeitergespräche in einer Mini-Version, also jetzt nicht strukturiert etc., eigentlich jeden Tag passieren. Ich muss jeden Tag irgendwie am Puls der Zeit meiner Mitarbeiterinnen und sein, mich jeden Tag für sie interessieren. überlegen, wie kann ich sie fördern, was bewegt sie gerade, wie sind die Arbeitsbedingungen etc. Das heißt, wir brauchen diesen Austausch nicht nur einmal im Jahr in Form eines Protokolls, das wir dann beidseitig unterschreiben, wo wir dann Maßnahmen verbindlich festklären und so weiter, sondern eigentlich braucht es aus meiner Sicht in einer gut funktionierenden Kultur dieses Mitarbeitergespräch gar nicht, weil man davon ausgehen kann, dass das irgendwo unterjährig so oft passiert, dass wir es nicht mehr benötigen.
Gleichzeitig wiederum glaube ich... dass wir es eben in manchen Behörden dann doch brauchen, dieses Mitarbeitergespräch, eben weil wir hier von der Kultur, von dem Austausch, von dem Verständnis, wie ein Team funktionieren sollte, noch nicht so weit sind und deswegen auch so ein Mitarbeitergespräch dann vielleicht auch so eine Art Kontrolle ist. Das will ich jetzt nicht gut heißen, aber so ein Mittel zum Zweck. Und das ist so meine etwas diversifizierte Antwort. Ich selber bin grundsätzlich kein Fan von diesem Mitarbeitergespräch, weil ich damit etwas verbinde, was so gar nicht sein sollte. Ich verstehe aber, warum es viele Organisationen haben. Ich finde es ultrawitzig. Also zum einen ... chapeau und großartig. Ich kann alles davon nur so unterschreiben.
Es ist sehr, gut auf den Punkt gebracht. Man merkt auch, dass du dir sehr viele Gedanken dazu gemacht hast und die Realität kennst. Das ist richtig gut immer. Ja, das ist ja auch nicht selbstverständlich, Ernie. Das weißt du ja auch. Also du weißt ja auch, dass es gerade in ... weiß ich nicht, auf Panels ... gerne mal Leute gibt, die dann so Sachen sagen, die in der Praxis halt nicht ... Nicht fruchten. Es hört sich gut an. Auf LinkedIn hört sich das auch gut an. Aber es hat nicht in der Praxis gegründet. Und all das, was du sagst, fühl ich sehr. Ich hatte es in ... eher in der negativen Form eigentlich immer. Also, ne?
Dass Mitarbeitergespräche ... bei uns wurde das damals sogar eingeführt. Sinne von, das müsst ihr jetzt machen. Es war so richtiges, wir müssen das auch machen. Scheiße. Dann hat man Mitarbeitergespräche geführt und man gemerkt, dass Führungskraft keinen Bock drauf hatte. Ja, wir müssen das hier jetzt machen. war der erste Satz. Da weißt du, wie wichtig die Entwicklung wirklich ist. Weil, wie du sagst, wenn das Ding von ... Wir reden da täglich drüber, die ganze Zeit darüber, wie man sich entwickeln kann. Wenn das ein Standard ist, dann ist ein Mitarbeitergespräch ganz nett, das auch mal zu haben. Aber es ist gar nicht so notwendig. Umso besser ist das Mitarbeitergespräch. Du nimmst dir dann mal wirklich die Zeit für die Details.
Sonst ist es so, wie geht's dir hier, was machen wir da? Wenn eine gute Kultur ist, du ja schon eine Baseline. Und sind die Mitarbeiter, die Mitarbeitergespräche sind Candy einmal
Luisa: .
Ehrenbehörde: im Jahr, alles cool. Aber wenn du das gar nicht hast, dann ist das Mitarbeitendengespräch ja überhaupt erst mal ein Mittel. Es kann aber auch sein, dass es dann genau dieses Gesamtsystem noch mal in Frage stellt. Weil je nach Klima ist dann halt das, wie ich sagte, so mit diesem ... Ja, jetzt müssen wir das auch noch machen. Ja, was willst du denn? Das Mitarbeitergespräch ist ja nicht meine Absolut, genauso ist das. Und da kommt man so als Bittsteller dahin, als wäre es irgendwie meine Aufgabe oder als wäre es irgendwie schlimm, wenn ich Mitarbeiterentwicklung gerne hätte. Ja. Und da wird auch noch diese geilen Sprüche, das haben die in der Personalabteilung, die wollen das ja hier.
Die wollen das Das auch direkt so ein Bäching in Richtung HR, so zack. Als wäre das irgendwie kacke, als wäre euer Job irgendwie der Nerfixe von allen. Ja.
Luisa: Man fühlt sich richtig gewertschätzt. Ja.
Ehrenbehörde: Ja, das ist so IT, HR oder Finanzen. Ein von drei kannst du dich schuld übergeben. Ja, und ich möchte vielleicht noch ein positives Beispiel bringen, weil das ist quasi das, was du gesagt hast mit Venice, die ... Also, ich hatte es einmal bei einem Vorgesetzten, das war aber kein systemisches Ding, sondern es war einfach ein persönliches Ding. Also systemisch war, das war noch bei der Bundeswehr, waren diese Gespräche Standard. Also systemisch ist, was die Bundeswehr angeht, die Bundeswehr hat Personalentwicklung. in vielen Punkten schon echt, gut. Also, kann man durchaus eine Lanze brechen. Die machen das sehr, sehr professionell. Ich finde, sehr gut und gut durchdacht. Es fehlt manchmal die Menschlichkeit, aber das ist in einem militärischen System vielleicht auch manchmal normal.
Und da hatte ich einen Vorgesetzten, der hat das quasi von Tag eins so gelebt, dass ich nie das Gefühl hatte, wir haben jetzt ein Personalgespräch, sondern der wusste quasi immer, wo ich herkomme, was ich machen möchte.
Luisa: .
Ehrenbehörde: Weil er mich genau, was du gesagt hast, solche Sachen gefragt hat, wo soll's hingehen, hat er mir dann quasi auch immer mal Aufgaben gegeben, die in diese Richtung gehen. Weißt du, ich meine? Wenn ich sagte, ich würde gern in diese Richtung gehen, hat er gesagt, okay, weiß ich Bescheid. Und immer, wenn man so Aufträge gibt, er weiterreichte, hat er die gefiltert nach, ist das etwas, was ihn in diesem Punkt weiterbringt oder nicht. Und das war halt wirklich so ein ... Also, ich kann nur erzählen von jemandem, der beide Sachen erlebt hat, das ist ein Das ist nicht zu vergleichen. Also dein Leben ist nicht zu vergleichen, wenn du einen Job, einen Chef, eine Chefin, ein Umfeld hast, die Personalentwicklung leben, ohne dass sie da Personalentwicklung dranschreiben.
Und wo das so aufgedrückt ist als, naja, das muss ich wohl auch noch machen, wenn ich hier meinen Führungskräfte Parkplatz behalten möchte.
Luisa: Das kann ich zu 100 % unterschreiben.
Ehrenbehörde: Und das ist genau der Punkt, dieses Selbstverständnis, das es in den Teams braucht, dass wir eigentlich alle in der Verantwortung stehen. Die Führungskraft, deren wirklich die oder der erste und wichtigste Personalentwickler schlechthin ist, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht sagen, ich warte mal, bis man den Krug zu mir trägt, sondern ich bin ja auch selber für meine eigene Zukunft und für meine eigenen Kompetenzen, für meine eigenen Aufgaben verantwortlich. Als auch das System drum herum, sagen wir mal HR beispielsweise, die Behördenleitung oder, oder, oder. Jeder von uns hat da irgendwie eine Rolle zu erfüllen, damit Personalentwicklung gut funktionieren kann. Und was ich immer wieder höre, ist dieses Thema Zeit. Also sei es Zeit bei Führungskräften, dann sagen, ja wann soll ich mich jetzt hier noch die ganze Zeit mit Entwicklungsplänen von den Beschäftigten herumschlagen.
Aber auch Zeit bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sagen, ja ich habe so viel zu tun, wann soll ich mir denn jetzt noch Zeit nehmen für Personalentwicklung? Und aus meiner Sicht Das ist einfach eine Frage von Prioritätensetzung und zwar bei allen Akteuren. Nimmt man sich die Zeit und investiert hier jede Minute
Luisa: .
Ehrenbehörde: in die Zukunft der Organisation oder wacht man dann irgendwann in zehn Jahren auf, stellt fest, man hat in den letzten zehn Jahren viel zu wenig getan und sieht den Scheiterhaufen vor sich brennen, weil man merkt, man kriegt das alles einfach nicht mehr hin. Und genau deswegen finde ich es auch ganz, ganz wichtig, dass man sich Zeit nimmt. Was ich beispielsweise versuche, indem ich jeden Tag bei mir im Kalender
Luisa: Ich bin
Ehrenbehörde: Teamzeitblocker habe. wo ich erstens für meine Mitarbeiterinnen und für meine Teams ansprechbar bin, wenn sie ganz gerne eine Rücksprache mit mir haben wollen. Aber auch, wo ich dann sage, okay, wenn jetzt gerade hier niemand zu mir kommt, weil gerade nichts anliegt, dann gehe ich eben zu den Kolleginnen und Kollegen und frage mal nach, wie geht es euch, was macht euer Tagesablauf, wo sind gerade eure Sorgen etc. Und ich will nicht damit sagen, dass das jetzt hier der goldene Weg ist, aber ich glaube einfach jede Führungskraft muss auch für sich selbst überlegen, wie schaffe ich mir diese Zeiträume, damit ich darin investieren kann. Es ist halt dein Weg. Ich glaube, das ist auch immer so ein schönes Ding.
Es gibt ja nicht die Goldrandlösung und die eine Lösung, die für alle Behörden passt, für alle Teams, für alle Menschen, für alle Führungskräfte passt. Das ist ja das, was du mit dem nach draußen gehen machst, was wir auch immer versuchen. sag das in Führungskräfteseminarien auch immer so. Es gibt nicht diesen einen Weg. Ihr müsst euren Weg selber finden. kann euch nur Möglichkeiten aufgeben und zeigen, was machen andere. Da müsst ihr gucken, ja, passt mir, probier ich mal aus. Am Ende ist es ein Werkzeugkoffer. Es ist ein Werkzeugkoffer und auch ein Installateur kann nicht immer alle Werkzeuge benutzen und geht nicht in ein neues Haus und packt alle seine Werkzeuge aus, sondern er guckt und mit der Erfahrung weiß er, wann welches Werkzeug das Richtige ist.
Dafür braucht er halt auch Werkzeuge. Und die irgendwie zur Verfügung zu stellen, ist für mich eigentlich die Idee von, wo das Ganze hingeht. ist halt auch das, Personalentwicklung ist halt ein unendliches Spiel und nicht ... Das mache ich mal die nächsten zwei Jahre und es ist ein Projekt, was wir jetzt mal zwei Jahre machen. Es ist ein unendliches Spiel. Absolut, kann ich 100 Prozent genauso unterstreichen.
Luisa: Der Podcast ist einfach zu kurz. Also...
Ehrenbehörde: Nee, das ist genau richtig, weil das ist wie mit Sterne-Restaurants. Du musst die Portionsgrößen so machen, dass die Leute denken so, davon noch mal, das wäre geil.
Luisa: Hmm.
Ehrenbehörde: Man isst ganz viele kleine Häppchen und denkt sich am Ende, jetzt bin ich aber auch richtig satt, obwohl es eigentlich ja immer nur pro Gang so ein kleines Häppchen war. Genau. Und das ist ziemlich zuständig, das Sterne-Restaurant der Behörden-Podcasts. Also kriegt direkt
Luisa: Ich liebs, unser neuer Teaser. Eine letzte Frage
Ehrenbehörde: fünf Sterne auf Google. Ja, glaube ich auch.
Luisa: Eine letzte Frage haben wir noch, Andy, unsere Abschlussfrage, die wir gerne unseren Podcastgästen stellen. Und zwar, was macht dich so richtig optimistisch für die Zukunft?
Ehrenbehörde: Für die Zukunft auf Behörden bezogen oder so ganz grundsätzlich?
Luisa: Wir stellen sie auf Behördenbezogen. darfst sie aber beantworten, wie du magst.
Ehrenbehörde: Okay, auf Behörden bezogen, ich glaube ganz fest daran, und das ist meine zutiefst ehrliche Überzeugung, dass wir in den Behörden alles heute schon haben, was es für die zukünftigen Probleme bedarf. Wir haben super kreative Köpfe, haben Ressourcen, ich meine jetzt gar nicht mal Budget, sondern einfach nur insgesamt Ressourcen. Wir haben Möglichkeiten, wir haben eine sehr, sehr gute Vernetzung auch öffentlichen Dienst. Und der einzige Punkt, den wir noch brauchen, ist, dass diese klugen Köpfe öfters mal gehört werden. Dass Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger mehr Mut haben, auch mal Risiken einzugehen und dass diese Vernetzungen, die es schon gibt, nicht nur auf dem Platt Papier existieren, sondern daraus ernsthafte echte Kooperationsprojekte entstehen. Und das, glaube ich, wird in den nächsten Jahren immer und immer mehr passieren.
Und deswegen bin ich eigentlich echt optimistisch, dass wir hier in Deutschland eine wahnsinnig starke Behördenslandschaft weiterhin generieren können. Und auf die generelle Zukunft gesehen, ich habe zwei Kinder, Aaron und Tabea. Und wenn ich mir sie angucke und genauso andere Kinder in den Kitas und diese Fröhlichkeit da erlebe und diesen Mut zur Experimentierfreude, die man ja noch im Kindesalter hat und der einwandhoffentlich nicht irgendwann abtrainiert wird, dann gibt mir das ganz, ganz viel Zuversicht, weil ich echt daran glaube, dass die nächste Generation mit ganz vielen Möglichkeiten ausgestattet ist, Herausforderungen zu lösen, die die aktuelle Generation vielleicht nicht so gut lösen kann. Ich hab Gänsehaut, ihr hoffentlich auch. Das ist der Moment, wo wir euch entlassen in den Arbeitstag.
Ihr habt jetzt richtig Motivation und Optimismus für genau das, was Andy gesagt hat. Behörden wirksam und besser machen. Insofern, husch, husch in eure Behörden. Liebe Grüße. macht Behörden Deutschland ein bisschen besser. Österreich und die Schweiz auch. Dann hören wir uns bald. Andy, vielen Dank für dich. Danke, dass da bist. Das hoffe ich auch. Man muss sich ja immer selber wieder einladen. ich komme wieder. Keine Frage. Einen schönen Arbeitstag an alle, die das jetzt gerade hören.
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