Julia Rose, Ermöglichungsjuristin
Kurz gesagt
Live vom KGSt-Forum in Leipzig sprechen Peter und Julia Rose, die Ermöglichungsjuristin, in der Community-Stunde über Führung und Wertschätzung. Es geht um kurze Meetings, offene Türen, alte und neue Führung, faire Bezahlung und die Frage, ob das System kaputt ist oder ein Update braucht.
Live vom KGSt-Forum in Leipzig: Community-Stunde mit Julia Rose, unserer Ermöglichungsjuristin.
Julia erzählt, warum eine offene Tür noch keine Wertschätzung ist, was ihr bester Meeting-Tipp ist und warum ihr die Debatte über alte und neue Führung zu einfach ist. Dazu Fragen aus der Community.
Bild: © KGSt
Kernaussagen
- Flurgespräche liefern Wissen, das Meetings nicht liefern. Beim Kaffee oder Geburtstagskuchen erzählen Leute mehr als im Konferenzraum, sagt Julia. „dann kriegt man viele Informationen, die man vielleicht braucht.“ (Julia Rose, ca. 14:00)
- Kurze Meetings respektieren Arbeitszeit. Julia plant Ziel und Teilnehmende vorher und hört nach einer halben Stunde auf, Peter lässt Leute gehen, die nichts mehr beitragen können. „Ich hasse nichts mehr als zu lange Meetings“ (Julia Rose, ca. 14:00)
- Eine offene Tür ist noch keine Wertschätzung. Peter sagt lieber klar, wann er Zeit hat, als genervt auf Störungen zu reagieren. „Und wenn ich die Tür offen habe, werde ich ständig gestört“ (Peter, ca. 20:00)
- Freundlich führen heißt nicht weich führen. Julia setzt Grenzen und bleibt dabei zugewandt, auch wenn ihr Männer oft mehr Härte raten. „Man kann auch ernst genommen werden, wenn man freundlich dabei ist.“ (Julia Rose, ca. 29:00)
- Wertschätzung heißt gesehen werden. Für Peter zählt, dass Menschen als Person wahrgenommen und an Entscheidungen beteiligt werden, der Umgangston darf je nach Team verschieden sein. „Also Wertschätzung heißt für mich, dass ich gesehen werde, ich als Person, dass ich beteiligt werde.“ (Peter, ca. 33:00)
Kapitel
- ca. 0:00 · Start der Community-Stunde
- ca. 7:00 · Das Spiel „Kommt drauf an“
- ca. 14:00 · Flurgespräche und kurze Meetings
- ca. 20:00 · Offene oder geschlossene Tür
- ca. 26:00 · Wertschätzung und Führung
- ca. 37:00 · Fachkräfte, Geld und Fairness
- ca. 45:00 · Optimismus aus der Community
- ca. 50:00 · Kaputtes System oder Update
Fragen zur Folge
Ist eine offene Bürotür ein Zeichen von Wertschätzung?
Julia sieht die offene Tür als Signal an ihr Team. Peter widerspricht: Wer ständig gestört wird, reagiert genervt. Dafür können die Mitarbeitenden nichts. Er sagt lieber klar, wann er Zeit hat. Wertschätzung heißt für ihn, gesehen und beteiligt zu werden, mehr dazu im Beitrag zu drei Ebenen der Wertschätzung.
Wie halte ich Meetings in der Behörde kurz?
Vorher überlegt Julia, wen sie braucht und was das Ziel ist. Nach einer halben Stunde beendet sie das Meeting. Peter hat eingeführt, dass Leute gehen dürfen, wenn sie nichts mehr beitragen können. Unhöflich findet er eher, die Zeit anderer zu verschwenden.
Ist das System der Verwaltung kaputt?
Julia sagt, das System sei gut, aber die Kommunen hätten zu viele Aufgaben für zu wenig Personal, ihr Landkreis allein rund 1000. Peter warnt vor dem Glaubenssatz vom kaputten System: Einzelne Teile funktionieren nicht, das System selbst braucht eher ein Update für neue Umstände. Beide wollen mehr positive Beispiele aus Behörden zeigen. Passend dazu: Wertschätzung im öffentlichen Dienst.
Transkript
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