Dr. Dorothea Wilms, BSI
Kurz gesagt
Dr. Dorothea Wilms vom BSI erklärt live vom Fachkongress des IT-Planungsrats, warum Bürgerinnen und Bürger ihre Nachweise immer wieder hochladen müssen und wie das NOOTS das ändern soll. Du erfährst, warum rund 20.000 verteilte Register die Sache schwer machen und wie das BSI das System absichert.
Live vom IT-Planungsrat: Im Gespräch mit Dr. Dorothea Wilms vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Was hinter dem Konzept "Once Only" steckt, warum Bürger:innen ihre Geburtsurkunde immer wieder hochladen müssen und wie das NOOTS, das nationale Once-Only-Technical-System, das endlich ändern soll.
Kernaussagen
- Once Only heißt: Daten nur einmal angeben. Der Staat soll Nachweise wie die Geburtsurkunde, die er selbst ausgestellt hat, direkt aus seinen Registern abrufen. „Once only heißt ja einfach nur einmal. Das heißt eben, dass man die Daten nur einmal angeben muss.“ (Dorothea Wilms, ca. 16:00)
- Die Datenhaltung ist extrem verteilt. Das NOOTS muss Online-Dienste mit sehr unterschiedlichen Registern verbinden, manche davon kaum digitalisiert. „Es gibt so Größenordnungsmäßig 20.000 Register, in denen die Daten liegen.“ (Dorothea Wilms, ca. 4:00)
- Kommunen tragen einen Großteil der Last. Viele finden kein Personal für die eigene Digitalisierung, deshalb sollen Prozesse teils zu Landes-IT-Dienstleistern wandern. „Die finden das Personal nicht, die haben die Ressourcen nicht“ (Dorothea Wilms, ca. 8:00)
- Das BSI baut das NOOTS nicht, es sichert es ab. Bundesverwaltungsamt und FITKO bauen das System, das BSI schreibt technische Richtlinien für die Sicherheit. „wir als BSI begleiten das sozusagen aus Informationssicherheitssicht“ (Dorothea Wilms, ca. 11:00)
- Das Projekt liegt im Zeitplan. In Tübingen läuft der Bewohnerparkausweis als erster kleiner Testfall über das NOOTS. „Und das liegt auch im Zeitplan. Es gab jetzt im Januar die ersten Nachweisabrufe.“ (Dorothea Wilms, ca. 13:00)
Kapitel
- ca. 0:00 · Begrüßung vom IT-Planungsrat
- ca. 1:00 · Was das BSI macht
- ca. 3:00 · NOOTS und Registermodernisierung
- ca. 6:00 · Warum die Daten so verteilt sind
- ca. 8:00 · Kommunen am Limit
- ca. 12:00 · Sicherheit und Zeitplan
- ca. 16:00 · Once Only und Wallet
- ca. 19:00 · Analoger Zugang und Ausblick
Fragen zur Folge
Was ist das NOOTS?
Das NOOTS ist das nationale Once-Only-Technical-System. Es soll Online-Dienste, über die du einen Antrag stellst, mit den Registern der Verwaltung verbinden. Dann müssen Bürgerinnen und Bürger Nachweise wie die Geburtsurkunde nicht mehr selbst einscannen und hochladen. Bundesverwaltungsamt und FITKO bauen es, das BSI begleitet es aus Sicht der Informationssicherheit.
Was bedeutet das Once-Only-Prinzip?
Beim Once-Only-Prinzip gibst du Daten nur einmal an. Der Staat holt Nachweise, die er selbst ausgestellt hat, bei weiteren Anträgen direkt aus seinen Registern. Wer dem System nicht traut, kann Nachweise laut Dorothea Wilms weiter selbst hochladen oder bestätigt den Abruf.
Warum dauert die Registermodernisierung so lange?
Die Daten liegen in rund 20.000 Registern, die historisch gewachsen und technisch sehr unterschiedlich sind. Manche laufen noch über Telefon und Fax. Ein Zentralregister will in Deutschland niemand, also müssen viele Systeme über einheitliche Schnittstellen zusammenfinden. Genau daran arbeitet die Registermodernisierung.
Transkript
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speaker-2: Ich glaube, bei dem Thema gleich müssen Peter und ich uns mal outen, dass wir uns nicht ganz so auskennen. Das ist okay. Aber ich glaube...
speaker-0: Wir werden sehr viele spannende Anstattungen
speaker-2: Themen einbreiten und ich freue mich auch wirklich drauf.
speaker-0: komme aus einer Tieler-Nerd-Familie. Positiv gemeint. Und krieg die ganzen Themen immer schon zu hart. Und ... Aber ...
speaker-2: Hause vorgesetzt. Ich guck dann auch mal wie ein Outro. Ich kenn so Bits, Bits and Pieces. Ja, aber ...
speaker-0: Jetzt... Oh, das war schon wieder falsch. mach hier... Manchmal mach ich auch Quatsch, ne? Aber ich wollte eigentlich sagen, jetzt werden sich viele von euch fragen... Was ist denn hier los? Dieses Meme hab ich schon so oft gehört. Das ist heute schon doll, ne? Aber wir ja immer noch... mal ein paar andere reinfallen. Ein bisschen Anmoderation muss ja wohl sein. Wir sind wieder mal nicht alleine. Generell bin ich in meinem Kopf ja nicht allein. Das merkt er immer schon.
speaker-1: zu sein.
speaker-2: Beim Fachkongress zum IT-Plansrat.
speaker-0: Aber wir sind, wir holen uns Leute rein, die uns manchmal inhaltlich überfordern, damit wir dumme Fragen stellen können, damit ihr was lernen könnt. Das ist doch auch gut. Man muss sich ja auch, wenn du dich nur mit Leuten unterhältst, wo du schon alles weißt, ja auch langweilig. Und ich glaube, das wird wieder so. Das wird eins dieser Gespräche.
speaker-2: Nein,
speaker-0: Ja, ja gut, aber die erste Frage wird schon mal sein. Nicht, was man eigentlich...
speaker-2: ich erwarten würde, sondern wie spricht man Nords überhaupt aus?
speaker-0: sind gleich, wir sind gleich. Ich muss erst mal reingehen, wir haben Dr. Dorothea Wilms bei uns. Hallo. Schön, dass Sie da sind. Sie sind vom Information... Ich hab hier falsch. Vom BISS, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Für Leute wie mich, die das zwar gehört haben, aber gar keinen Plan haben, was ist das und was machen Sie da?
speaker-2: Hallo! Genau, also nicht bis, sondern BSI.
speaker-0: Bisi, Entschuldigung. Da geht's schon los.
speaker-2: Also SPSI ist auch ein sehr großes Amt und hat ganz vielfältige Aufgaben natürlich, aber im Wesentlichen geht es darum, dass wir die IT-Sicherheit voranbringen wollen und zwar in allen möglichen Bereichen. in dem Bereich, wo wir jetzt gerade arbeiten, so in der Verwaltung, aber auch in der Gesellschaft. Wir haben auch ganz viel Material für Verbraucher einfach, wie man zum Beispiel zu Hause sein eigenes WLAN-Netzwerk absichert, wie man sich so ein Gäste-WLAN einrichtet oder so was. Und ja, auch für die Wirtschaft ist zwei Umsetzungen auch das ist bei uns ein ganz großes Thema. Das Portal dazu läuft ja bei uns. Genau.
speaker-0: noch Bandad, da müssen sie mich wieder reinholen. Also es kann sehr, häufig sein, dass ich Dinge nicht kenne. Das ist einfach nur als Vorwarnung. Selbst wenn ich versuche, mich vorzubereiten, ich weiß ja nicht, was ich nicht weiß. Das stimmt. Also gerne.
speaker-2: Dieses NIST 2 Portal, das ist jetzt auch nicht unser Arbeitsbereich, aber da müssen sich kritische, also Unternehmen, die zur kritischen Infrastruktur gehören, melden und dann eben auch ihre Vorfälle dort melden. Also das BSI hat sowieso ein großes Lagezentrum, das ist auch so eins von unseren Aushängeprojekten, wo rund ⁓ die Uhr auch an Wochenenden und Feiertagen immer so die IT-Sicherheitslage in Deutschland und der Welt gemonitert wird und auf größere Vorfälle reagiert werden kann.
speaker-0: Haben Sie da so einen schönen großen Bildschirm, wie man das aus Filmen kennt?
speaker-2: Die im Lagezentrum, haben riesige Bildschirme, genau. Die haben auch so ganz cooles Team, so ein MIRD-Team, was dann so einsatzmäßig irgendwo ausrücken kann, wenn irgendwo größere Sicherheitsvorfälle sind, im Bundestag oder wo auch immer. Aber davon sind wir relativ weit entfernt mit der Verwaltungsdigitalisierung.
speaker-0: Genau, sehr schön. Dann haben wir quasi BSI einmal geklärt. Grobe Richtung haben wir. Dann was machen Sie im BSI?
speaker-2: Genau, also in unserem Referat geht es halt ⁓ die Registermodernisierung, also das Once-Only-Online-Zugangsgesetz sozusagen und auch ⁓ online Wahlen. Auch ein spannendes Thema, aber ich glaube heute soll es mehr ⁓ die Registermodernisierung gehen.
speaker-0: Was immer, wir sind offen.
speaker-2: Aber in der Registermodernisierung wird im Moment gerade das NOZ entwickelt, also es heißt NOZ, N-O-O-T-S, das nationale Once-Only-Technical-System. Once-Only bedeutet nur einmal, das heißt der Zweck von diesem ganzen System, dieser Infrastruktur ist, dass Bürger ihre Nachweise, sowas wie Geburtsurkunden oder sowas nicht jedes Mal wieder neu hochladen müssen, wenn sie einen neuen Antrag auf irgendwas stellen. Im Moment ist es ja so, man hat diese ganzen Sachen irgendwie als ausgedruckt, ⁓ Zettel im Schrank liegen und wenn man irgendeinen Antrag stellt, man oft schon als Online-Antrag stellen kann, muss man die Nachweise, die man dafür braucht, dann doch noch selber einscannen und hochladen. Und das ist ja eigentlich total nervig und auch unverständlich, weil der Staat hat diese Nachweise selber ausgestellt und jetzt soll ich ihm den sozusagen noch mal einscannen und hochladen.
Genau. Und das Not ist eben die Infrastruktur, die einem das abnehmen soll. Das Not soll dafür diese Online-Dienste, wo man zum Beispiel seinen Online-Antrag stellt, verbinden mit den ganzen Registern, also dieser staatlichen Datenhaltung sozusagen. Finden wir erst mal einfach, weil man denkt, ... Man verbindet zwei Systeme, aber leider ist diese staatliche Datenhaltung total verteilt im ganzen Land. Es gibt so Größenordnungsmäßig 20.000 Register, in denen die Daten liegen. Und die sind halt auch sehr heterogen. Manche davon sind halt noch so. Vielleicht der Computer, der beim Bürgermeister unterm Schreibtisch steht, wo halt ein paar Daten gespeichert sind. Andere sind vielleicht sogar noch nicht ganz digitalisiert, haben noch irgendwie als Eingabemethode das jemand, was hintelefoniert, als Ausgabemethode, das Faxgerät und so weiter.
Und das alles eben zusammenzubringen zu einem großen System, was funktioniert, was einheitlich ist. und eben dann halt auch in vernünftiger Zeit und mit vernünftiger Verfügbarkeit diese Nachweise zur Verfügung stellt, dass es eben der Sinn dieses Halbprojekts der Registermodernisierung, dass es Nots erstellt wird.
speaker-0: Perfekt. ist das quasi jetzt wieder auf... Peter hat es vielleicht auch verstanden, runtergebrochen. Ist das ein... Ich muss irgendwo ja hin und wieder Dinge tun. Auch mit... Entweder mit der Stadt zusammen oder wenn irgendwer irgendwas möchte. Wenn ich keine Ahnung... Kita-Anmeldung oder... Ich muss irgendwas machen, keine Ahnung. Gibt es da tausend Sachen. Ist es... durchaus häufig noch und vor allem in der Vergangenheit so gewesen, dass selbst wenn der Staat gesagt hat, hier ist deine Geburtsurkunde, ich die nochmal irgendwie hochladen muss, hingeben muss, sonst irgendwas. Und jetzt ist das Ziel und daran arbeiten sie aktiv, dass wir das einfach machen. Genau. Ja, perfekt. Also im Prinzip das, was alle sagen, warum ist das nicht einfach?
Das machen sie einfach. Und es ist halt komplexer. Woran liegt, das so komplex ist? Mein Gefühl ist, Sie müssen sagen, ob ich falschen Ast säge, ist, dass das halt, als es noch Papierakten gab, sinnvoll war. Also, ich kann total nachvollziehen, dass, ich meine Geburtsurkunde, wenn ich aus Rostock komme, dass alle Daten dazu, weil ausgedruckt und sonst irgendwas, halt in Rostock liegen. Und wenn ich dann umziehe
speaker-2: Genau.
speaker-0: Natürlich müssen die das anfordern, weil das Archiv und die ganzen Sachen ja in Rostock bleiben und die nicht nur, weil ich umziehe, irgendwelche Kopien machen, damit sie das dann nach München schicken. So, ergibt also total Sinn, das vor Ort zu machen. Ergibt also auch total Sinn, dass das nicht zentralisiert ist, weil... Also dann wäre die Post beschäftigt. Und das muss ja auch eine sichere Post sein, also weird. Und in dem Moment, wo es quasi digital wird, gibt es ja aber das Problem des, naja, Kopien sind nicht so schlimm oder der Zentralisierung, sagen wir mal. andere bzw. weg. Ist das der Grund, warum das quasi sich anders entwickelt hat und man hat einfach nur die analogen Prozesse digital gemacht und hatte dann das Problem, naja, wir haben es halt dezentral aufgebaut, weil wir analog zu digital gemacht haben und jetzt haben wir die Herausforderung, das irgendwie zu zentralisieren zu müssen.
speaker-2: Genau, so könnte man es ganz gut zusammenfassen, dass man eben immer noch dieses Problem hat, dass die Daten einfach total verteilt sind. Und wie man die jetzt alle zusammenfassen kann, ist halt wirklich die offene Frage. Wir wollen natürlich in Deutschland keinen Zentralstaat. Niemand möchte, dass alle Daten in einem Register liegen und einer auf alles zugreifen kann. Man möchte ja auch so bisschen, der Föderalismus in Deutschland hat ja auch Gründe, dass das Ganze eben ein bisschen abgesichert wird, auch so in Richtung Demokratie. Aber ja. Von der IT-Sicht her wäre es natürlich viel praktischer, wenn wir einen Zentralregister hätten oder wenigstens, wenn alle Register den gleichen technischen Stand hätten, die gleichen Schnittstellen, eben damit man sie gut aneinander bauen kann.
Und in die Richtung geht die Registermodernisierung natürlich auch.
speaker-0: Und damit gehen natürlich auch mit dieser Komplexheit die ganzen Probleme einher, dass es eben nicht so leicht ist. Was stelle ich mir als Bürger zu einfach vor?
speaker-2: Ja, wahrscheinlich stellt man sich einfach nicht vor, wie heterogen diese ganze Landschaft ist, wie viele Register es wirklich gibt und wie halt einfach alle historisch gewachsen sind und man jetzt einmal sagt doch...
speaker-0: Unser Lieblingswort. Historisch gewachsen. Wir haben hin und wieder bei uns, im Kalender ist es auch, wir haben da hinten so Kalender stehen, machen wir hin und wieder so Verwaltungsbullshit-Bingos. dann ist dieses historisch gewachsen, so schön, wenn es so als, also Sie haben das ja so schön gesagt, weil es ist ja wirklich so, das Argument ist total in Ordnung. Wir müssen nur immer bisschen lachen, wenn diese Sachen kommen. Genau, es ist historisch gewachsen, Entschuldigung, ich hab's heute Wochen.
speaker-2: Alles gut. Und jetzt ist eben die große Aufgabe, sozusagen in eine Form zu gießen, dass es zukunftstauglich ist. Es wurde ja auch gerade eben schon von Herrn Schlimmer auch angesprochen. Das Problem ist ja auch, dass die Kommunen einen Großteil der Last eigentlich tragen müssen. Die haben einen Großteil der Datenhaltung. Es gibt ganz, ganz viele kommunale Register, kommunale Fachverfahren. Die sollen das am liebsten jetzt alle, einzeln für sich digitalisieren. Und klar gibt es da das EFA-Prinzip und so weiter. Aber das ist für viele Kommunen halt auch sagen auch hier ja viele Kommunen gar nicht mehr wirklich umsetzbar. Die finden das Personal nicht, die haben die Ressourcen nicht und dann gehen auch noch Leute in Rente in den nächsten Jahren, wo man die Stellen wahrscheinlich nicht nachbesetzen kann.
Allein schon, weil einfach keine Leute mehr auf dem Markt sind, die in der Kommune die IT machen wollen für das Geld, was halt die Kommunen bezahlen können. Und ja, ⁓ das Ganze halt zukunftshauptsächlich zu machen, muss man dann wirklich die Prozesse ein Stück weit zentralisieren. Und zum Beispiel dann eben auf Landesebene zu den großen IT-Dienstleistern oder so verlagern, anstatt zu sagen, jede Kommune muss jetzt ihre eigene Arbeit da noch selber digitalisieren.
speaker-0: Was ein Mammutprojekt, ey. Was ein Mammutprojekt. Wie kriegt man dann nicht ... Also ganz ehrlich, man dann so ... Dann fängt man da an bei BSI, dann kommt man in diese Gruppe da rein und dann so, so, hier ist der Berg. Er ist sehr groß. Das Ziel ist es, das hier zu tun. Wenn wir das erreicht haben, sagen alle, das wird aber auch Zeit. Wie motiviert man sich da, den ersten Schritt zu tun?
speaker-2: Ich glaube, die Motivation ist völlig klar, wenn man sich das genauer anschaut, dass klar ist, dass unser Staat das eben braucht, damit er weiterhin funktioniert. Also mit Papierakten wird gerade die Wirtschaft auf Dauer nicht glücklich. Die haben ja viel mehr Verwaltungskontakte. So als Bürger hat man hin und wieder mal die Kita-Anmeldung, da muss man halt mal die Geburtsurkunde raussuchen. Aber so die Wirtschaft, da habe ich irgendwo gelesen, hätte so etwas wie 200 Verwaltungskontakte pro Jahr bei so einem mittelständischen Unternehmen. Das ist ja viel mehr Arbeit, wenn man da jedes Mal die Papiere wieder hochladen muss und die Bearbeitungszeiten so lang sind.
speaker-0: Fragen Sie mich. Entschuldigung. Ich und meine Buchhaltung sind im Regenaustausch. Ich hab glücklicherweise eine Buchhaltung, die eine sehr hohe Toleranz für so was hat. Ich bin selbst durch Behörden wirklich Liebe, manchmal echt durch mit der Welt. Also fühl ich, ist mein Punkt.
speaker-2: Genau, und der andere Punkt ist natürlich auch, dass das BSI das ja glücklicherweise gar nicht macht, sondern wir begleiten es eigentlich nur. Die Leute, die das Notz tatsächlich bauen, ist das Bundesverwaltungsamt vor allem, das BVA, und die FITKO, Sie haben ja demnächst auch den Präsident von der FITKO hier zu Gast, genau, die zusammen bauen das eigentlich und wir als BSI begleiten das sozusagen aus Informationssicherheitssicht. Das heißt, wir haben jetzt konkret so technische Richtlinien geschrieben. die eben vorschreiben, wie das Notseid, dieses ganze System abgesichert werden soll und wie auch die Anschlüsse so in Richtung Landesrechenzentrum abgesichert werden müssen.
speaker-0: Megaspannend. Megaspannend, das ist so lustig, so Thema, wenn du das auf einem Vortrag hörst. Also ich als nicht so affiner Mensch für so was, denk mir so, ja, woher soll ich mich den Vortrag anhören? Aber man merkt immer wieder, auch wenn man sich, das sieht man bei Ihnen ja auch, wenn so Leute, die Bock auf diese Themen haben, dann die Themen plötzlich spannend. Das ist das, was ich meine mit diesen Menschen, der sagt, ja, Norm im Baurecht. Ja, aber ...
speaker-2: Ich finde, wir haben einfach ein super Glück, dass wir hier mal einen Podcast machen können, ⁓ uns das unter anderem erklären zu lassen.
speaker-0: und dann die Themen für so blöde... Und die sind ja alle nicht böse, das ist richtig schön. Man kann ja so richtig dumme Fragen stellen. alle nee, nee, ist in Ordnung, alles gut. Finde ich sehr schön. Was sind denn Ihre Herzensthemen? Also Sie haben natürlich auch Aufgaben und Sie haben natürlich auch irgendwie Sachen, die Sie machen müssen. Aber was sind denn, da Sie morgens aufstehen und geil, endlich das wieder?
speaker-2: Ja, ich würde sagen, das nutzt auf jeden Fall. das ist einfach so ein zentrales Thema, da hatte ich ja auch schon gesagt, ja, da habe ich wirklich das Gefühl, wenn das am Ende funktioniert, dann ... gibt es wirklich einen richtigen Mehrwert für die Leute. Das heißt, hat wirklich das Gefühl, wir arbeiten an was, unsere technischen Richtlinien, die sollen demnächst auch verabschiedet werden, damit sie eben auch vorgeschrieben sind und umgesetzt werden. Das heißt, die Arbeit, die wir machen, die die verpufft nicht irgendwie, sondern die führt wirklich dazu, dass dieses System sicher gebaut wird und dass es dann hoffentlich auch funktioniert. Denn die IT-Sicherheit ist da halt auch ein ganz wichtiger Aspekt. Wenn das System jetzt nicht sicher wäre, wenn das irgendwie gehackt wird, die Daten der Leute geklaut werden, wäre es halt wieder so ein Punkt, wo alle sagen würden, naja, der deutsche Staat kriegt das alles nicht so richtig hin.
Genauso auch, wenn das nicht verfügbar ist, weil ständig irgendwo Teile gehackt werden, die dann ja auch nicht zugänglich sind, dann klickt man einen Online-Antrag an, bitte hochladen und dann geht das schon wieder nicht. Und dieser ganze Frust, dadurch entstehen würde, der ist halt auch so, so, ja. gewissermaßen eine Gefahr für unsere Demokratie. ich denke, wir brauchen wirklich mal funktionierende Systeme. Und das Gute am Notz ist, dass es endlich mal ein System, das eigentlich gut funktioniert. Also, wo die Zusammenarbeit zwischen uns und den BVA und der FITKO gut funktioniert. Und das liegt auch im Zeitplan. Es gab jetzt im Januar die ersten Nachweisabrufe. Die Tübinger Bürger können jetzt ihre Bewohnerparkeausweise über das Notz beantragen. Ist natürlich nur so ein kleiner Testfall sozusagen.
Aber man merkt halt, dass das führt tatsächlich zu was. Also dieses Projekt, das Das geht in die Umsetzung und so in ein, zwei Jahren wird das dann auch so wirklich groß ausgerollt und die Menschen und die Wirtschaft werden was davon haben und das motiviert einen total.
speaker-0: Dazu möchte ich sagen, das Projekt ist im Zeitplan. Läuft in Deutschland! Wer sagt, der läuft bei uns nicht?
speaker-2: Ja, aber ich sehe...
speaker-0: Ich finde es super. Ich finde es richtig gut. Dieses, also ich habe das so verstanden, dass es quasi auch, also ich fühle das immer mit diesen, das ist halt tatsächlich ein Demokratieding von wenn unsere Systeme und wenn das, was Deutschland quasi macht, wenn das vernünftig funktioniert, dann haben wir ja insgesamt, selbst wenn das quasi für den Bürger nur ein es geht einfach ist, richtig was gemacht, weil es eben kein nerviges Ding ist, nicht ein Wiederaufreger und quasi damit ja auch ein Stück weit das, was wir jetzt in den, wenn man sich die ganzen Studien anguckt, Vertrauen in den Staat und so, dass da genau das was passiert, weil wann habe ich Berührungspunkte? Bei Verwaltungsakten, bei so Sachen.
Häufig sind das negative Erlebnisse und zwar gar nicht unbedingt negative Erlebnisse, weil das Ding, was man da macht, negativ ist, sondern einfach nur weil ... Es ist halt immer etwas, wo man was machen muss, was man sonst nicht macht. Das ist nervig, da muss man extra Sachen machen. Und entsprechend, je einfacher das ist, desto besser. Und sie, BSI und offensichtlich die anderen arbeiten quasi daran, dass das nicht nur einfach wird, sondern da noch einfach bleibt. Und, und das ist ja immer das, was Behörden immer so einzigartig macht, halt vernünftig. Also nicht eben dieses ... Ja, wir machen das. Irgendwie so. Weißt also so ein Silicon Valley Ansatz. Wir machen erst mal Prototyp, MVP und dann geht das los und ist ja egal.
Und wenn dann alles abschmürzt, ja nur Daten, ist ja egal. Sondern wir haben natürlich immer die Notwendigkeit, dass es auch vernünftig funktioniert. Ja, finde ich super. Das war wieder nur so ein Teil von mir. Wie ist das mit Once-Only-Prinzip? ich noch nicht verstanden.
speaker-2: Okay, also once only heißt ja einfach nur einmal. Das heißt eben, dass man die Daten nur einmal angeben muss. Weil das eben dieser Punkt ist, wenn die Geburtsurkunde doch vom Staat ausgestellt wurde, warum muss ich sie dann 20 mal wieder hochladen für jeden Kindergeldantrag, Kita-Antrag, Schuleinführung oder so weiter. Und dass man einfach sagt, okay, der Staat hat doch die Daten, man hat sie irgendwann vielleicht im Rahmen, bei der Geburt oder wie auch immer einmal angegeben und jetzt sind sie da. und können dann einfach verwendet werden. da gibt es ja dann sozusagen auch so bisschen so einen Zweiklang. Man hat ja zum einen eben dieses Notes, was die Daten aus den Registern einfach immer wieder rausholen kann.
Und zum anderen hatte man ja bisher die Daten in ausgedruckter Form zu Hause im Schrank noch irgendwie liegen. Dafür soll es die OIDI-Vollett geben. Ich weiß nicht, ob ihr davon auch schon gehört hattet. Genau, ja.
speaker-0: Ich hab schon, ja, ja. Eindeutig Team Deutschland App.
speaker-2: Genau, Genau, das ist ja auch so ein Thema, dass man die Daten dann doch auch selber nochmal hat, aber eben in seiner Wallet, im Handy und eben auch da nicht nochmal einscannen oder per Post schicken oder so muss, sondern dass sie einfach dann da sind.
speaker-0: Das alleine übrigens für jemand von uns, nennen wir ihn einen Freund, hat ein Auto, wo es möglich ist, seinen Autoschlüssel in der Wallet zu machen. Es ist so lustig, wie schnell man sich an sowas gewöhnt. Das ist so ein Game-Changer, man ist das erste Mal, wo ist mein Autoschlüssel? Ach, ich hab ja mein Handy. Und so nervig, wenn man das dann entweder als Handy vergisst oder irgendwas läuft nicht oder sonst irgendwas. Wollte ich nur mal so erzählen. Okay, also once only heißt im Prinzip, die Daten gehen einmal an den Start. dann muss ich das nicht auch nochmal und nochmal nochmal tun, weil Staat weiß, ich brauche Geburtsurkunde, gucke, habe Geburtsurkunde und nicht brauche Geburtsurkunde, schick mal Geburtsurkunde.
speaker-2: Genau. Wobei tatsächlich immer noch die Rückfrage kommt. Also es wird weiterhin möglich sein, man, wenn man sagt, ich vertraue dem ganzen Ding nicht, gibt es ja auch so Leute, dass man sie eben dann doch selber hochlädt oder eben auch, dass man zumindest noch mal bestätigen muss, ja bitte, nimm diese Geburtsurkunde, die du da hast, das ist die richtige und so weiter.
speaker-0: Wir hatten mal im Podcast ... Prenja Ajay, die hat die EPA quasi mit eingeführt von der ... Wie heißt die Agentur? Gematik. Von der Gematik, danke schön. Die quasi die EPA eingeführt. Und da war das dann auch so, das ist so ein wilder Mix, wenn ich quasi so ein Silicon Valley-Unternehmen bin. Ich kann ja einfach Notwendigkeiten mit einbauen und dann quasi sagen, ja, kannst halt das Produkt nicht nutzen. Das ist ja für einen Staat superschwer. Was sind da so Sachen, womit man einfach zu kämpfen hat, die man auch quasi gar nicht sieht, was aber in der Komplexität dann irgendwann kommt, wo ja, gesagt, Silicon Valley sich irgendwie sagen kann, ja, dann machen wir das halt so und wo wir einfach wirklich aus guten Gründen ein Problem mit haben.
speaker-2: Ja, es wäre natürlich viel einfacher, wenn man sagen könnte, digital only und Gesetzen. je nachdem in so Teilgesetzen steht dann teilweise auch schon drin, dass man irgendwas nur noch digital anbieten möchte. Aber dann ist natürlich die Frage, was machen wir mit den ganzen Leuten, die das eben nicht können, die vielleicht keinen Computer haben oder sagen so mit Handys kommen sie auch nicht zurecht oder natürlich auch mit Leuten, die irgendwelche Einschränkungen haben und so weiter. Und da wäre dann halt so das Zielbild irgendwann, dass die Kommunen diese Aufgabe übernehmen. in den Kommunen eben nicht mehr Leute sitzen, die irgendwelche Fachverfahren selber digitalisieren müssen, ohne dass sie wirklich IT-Background haben, sondern dass in den Kommunen wirklich Leute sitzen, die den Bürgerkontakt halt haben und die vielleicht auch mit Leuten, die selber keinen Online-Antrag ausfüllen möchten oder können, das gemeinsam durchgehen.
Also dass die Leute sozusagen dann eben doch noch einen Ansprechpartner vor Ort haben, aber dahinter, hinter den Kommunen dann wirklich alles digital ablaufen kann, damit man eben nicht immer zwei Systeme pflegen muss. Denn wenn dann eben doch noch eingescannte PDF-Dokumente irgendwo sind, dann lassen sie sich einfach nicht so gut maschinell verarbeiten, weil man parallel dazu noch die anderen schon viel besser strukturierten Daten hat. Das passt dann einfach nicht zusammen.
speaker-0: Aussicht ist ja quasi, dass auch für Verwaltungs- und Behördenmenschen die Arbeit geiler wird. Wenn ich mir überlege, 80 Prozent meines Tages sind nerviges Dings hier rein, dann das irgendwie mit diesem neuen komischen Fachverfahren umgehen. Und ich komm irgendwie wieder hin zu Oma Warte mal, wie heißen die dann? Oma Marion kommt dann quasi zum Bürgerbüro, sagt, ich hab hier das mit dem Handy, hab ich ... Nee, mach ich nicht. Können Sie mir wieder helfen? Man hat dann halt so ein ... Kein Thema. Hier ist es und alle sind happy. Da steigt ja auch die Arbeitszufriedenheit. Großartig.
speaker-2: Und mit Sicherheit auch die von den Leuten da. Also kommen dann ins Amt sozusagen und Wie da positive Erlebnisse. Genau, die kriegen wirklich Hilfe dann. Und was dann mittelfristig ja auch noch kommen soll, werden so antragslose Verfahren, dass man gar nicht mehr immer zum Beispiel Kindergeld beantragen muss. Jeder, in Kindheit will, Kindergeld bekommen. Also macht es eigentlich nicht drin, dass jeder einen Antrag dafür stellen Und auch so was wird dann eben erst durch Digitalisierung möglich.
speaker-0: Das finde ich gut. Wie gesagt, das nervt auch wirklich richtig.
speaker-2: Eine Bildung von Instagram. Spaß. Aber ich hab grad einen Post gesehen, stand, ich weiß nicht, ob's bei IWA das Kindergeld bald antragslos funktioniert. Ja, bald ...
speaker-0: bis
speaker-2: Muss ich ja noch wieder suchen. Vielleicht waren es noch Fake News.
speaker-0: Man weiß es nicht, müssen wir noch mal kontrollieren. Was macht Sie optimistisch für die Zukunft? Wo stehen Sie morgens auf und denken sich so natürlich nicht an Momente, wo man schlecht geschlafen hat. Wenn wir gut geschlafen haben und das Wetter schön ist. So wie hier. So ein perfekter Morgen, mit einem kurzen Spaziergang zum Leuchtturm. Was sind die Sachen, Sie sagen, ich glaube, das wird gut?
speaker-2: Ich habe das Gefühl, wirklich viele motivierte Leute in der Verwaltungsdigitalisierung mitarbeiten. Also klar sind auch immer ein paar dabei, auch hier auf dem Kongress, die vielleicht eher so bisschen schlechte Stimmung verbreiten oder eher so das Ganze negativ sehen, die ganzen Probleme sehen. Aber die meisten, gerade die hier sind, haben doch das Gefühl, sie wollen was erreichen. Und wenn so viele Leute gemeinsam was erreichen wollen, dann habe ich das Gefühl, dann wird da auch was draus.
speaker-0: Megaschön. Mega, megaschön. bin echt ... Nach den Tagen komme ich hier deutlich motivierter in die Digitalisierung insgesamt. Aber auch diese Behördenwelt. Ist richtig schön. Vielen Dank, dass Sie da waren. Es war richtig spannend. Haben wir irgendwas nicht gemacht, was Sie noch auf der Seele brennt?
speaker-2: Ich glaube, wir haben alles.
speaker-0: In Zweifel kommen sie einfach noch mal wieder. Insofern machen wir einfach gerne noch mal weiter. sind hier heute echt hart getaktet. Das tut mir schon fast bisschen leid, weil normalerweise haben wir extra so Open-End-Conversations, damit das quasi nicht ... Sonst darf dann einfach auftröpfeln. wenn wir merken, wir haben nix mehr, ich hab noch sauviele Sachen, insofern würde ich hier einfach mal live gehen und sagen, das würde ich gerne noch mal weiterführen. Weil ich mag das. Also, das ist wieder eins dieser Themen, warum ich überhaupt Behördenkommunikationen so mache. Warum ich diese ganzen Themen mache, weil es einfach so Thema ist. wo ich weiß, ich verstehe davon wenig und merke, wie wichtig es ist. Und möchte mehr Menschen das auch mitgeben, ⁓ zu zeigen zum einen, ey, wir machen doch.
Ja, es dauert, aber es ist halt auch komplex. Aber es sind Leute dabei, die da dran sind. Und dann vielleicht auch einfach rausgucken, was können wir alle da irgendwie für machen? Eine Sache ist ja auch bisschen optimistischer sein. Und was nicht immer nur Probleme sind. Insofern ganz lieben Dank, dass Sie da waren. Und ich schicke euch jetzt in die Pause. könnt mal ganz kurz entspannen. Und dann geht es direkt weiter mit der Fitco. Und wir knuffen quasi an, weil sie sind ja quasi schon in Connection und machen Sachen zusammen. Super. Lieben, Dank!
speaker-2: Vielen Dank.
Automatisch erstellt von Riverside, Zeitangaben in Kapiteln sind ungefähr.



