Bernd Schlömer, Staatssekretär Sachsen-Anhalt
Kurz gesagt
Bernd Schlömer, Staatssekretär für Digitales in Sachsen-Anhalt, erzählt beim Fachkongress des IT-Planungsrats, wie er nach einem Zusammenbruch auf Erholung achtet und warum er seinem Team sagt, dass er alles im Griff hat. Dazu: NIS-2, Netzwerke mit Kommunen auf Augenhöhe und Kameralistik einfach erklärt.
Im Gespräch mit Bernd Schlömer, Staatssekretär für Digitales und IT-Beauftragter des Landes Sachsen-Anhalt. Wie man als Staatssekretär ruhig bleibt, warum "Ich hab alles im Griff" sein Mantra für 100+ Mitarbeitende ist und wie Sachsen-Anhalt Verwaltungsdigitalisierung mit den Kommunen auf Augenhöhe betreibt.
Kernaussagen
- Dauerverfügbarkeit ist kein Qualitätsmerkmal. Bernd plant jeden Tag Erholung ein, damit er ruhig bleibt, wenn eine Krise beginnt. „Es ist kein Ausdruck von Qualität, wenn man von 6 bis 22 Uhr immer verfügbar ist und immer arbeitet.“ (Bernd, ca. 7:00)
- Gelassenheit der Führung überträgt sich aufs Team. Bernd sagt seinen 100 bis 120 Mitarbeitenden aktiv, dass er alles im Griff hat, damit Fristen keine Hektik auslösen. „Ich habe alles im Griff. Ich habe immer alles im Griff“ (Bernd, ca. 9:00)
- NIS-2 erhöht den Druck bei der Informationssicherheit. Die EU-Richtlinie macht auch die öffentliche Verwaltung zum Teil der kritischen Infrastruktur, Sachsen-Anhalt baut dafür Vorkehrungen und Übungsszenarien auf. „Das bedeutet, dass auch die Öffentlichverwaltung Teil von Kritis wird“ (Bernd, ca. 14:00)
- Kommunen brauchen Netzwerke mehr als Geldspritzen. Das Land bündelt Aufgaben, organisiert Austausch und gibt Raum, Neues zu erproben. „Es ist nicht alles immer nur Geld, was man bereitstellt“ (Bernd, ca. 21:00)
- Technik wird den Personalmangel auffangen. Bernd rechnet mit weniger Kolleginnen und Kollegen und mit mehr Technik, die den Alltag einfacher macht. „Ich glaube, in fünf Jahren werden wir einen wesentlich höheren Technikeinsatz in der Verwaltung finden.“ (Bernd, ca. 30:00)
Kapitel
- ca. 0:00 · Begrüßung und Titel-Check
- ca. 3:00 · Die Woche eines Staatssekretärs
- ca. 5:00 · Work-Life-Balance und Gelassenheit
- ca. 13:00 · NIS-2 und Kommunen auf Augenhöhe
- ca. 17:00 · Optimismus und modern denken
- ca. 20:00 · Wie das Land Kommunen unterstützt
- ca. 25:00 · Kameralistik und Doppik erklärt
- ca. 29:00 · Die Verwaltung in fünf Jahren
Fragen zur Folge
Wie unterstützt Sachsen-Anhalt seine Kommunen bei der Digitalisierung?
Das Land organisiert Netzwerke und Austauschformate und bündelt Aufgaben, damit Kommunen sie gemeinsam erledigen. Seit 2023 läuft das CIO-Projekt mit rund 20 Pilotkommunen, dazu kommen Digitallotsen und ein Erstcheck zur IT-Sicherheit. Mehr dazu liest du im Blogartikel Digitalisierung auf Augenhöhe.
Was ist der Unterschied zwischen Kameralistik und Doppik?
In der Kameralistik bekommt jeder Zweck einer Verwaltung einen Titel, also einen Topf mit Geld, der jährlich vom 1. Januar bis 31.12. gilt. Übrig gebliebenes Geld wird zentral zurückgezogen, das System dient vor allem der Kontrolle. Die Doppik ähnelt dem Rechnungswesen von Unternehmen und ist in Kommunen verbreitet.
Was bedeutet die NIS-2-Richtlinie für die Verwaltung?
Mit NIS-2 wird auch die öffentliche Verwaltung Teil der kritischen Infrastruktur. Behörden müssen Vorkehrungen treffen und Managementfunktionen aufbauen, um die Informationssicherheit zu erhöhen. Sachsen-Anhalt will dafür Übungsszenarien für die Kommunen entwickeln.
Wie bleibt man als Führungskraft unter Druck gelassen?
Bernd plant täglich Erholung ein und macht zum Beispiel um 19 Uhr Feierabend. Gegenüber seinem Team strahlt er Ruhe aus, weil Hektik zu Chaos führt. Fristen lassen sich oft verlängern, wenn du das Gespräch suchst. Mehr zum Thema findest du im Fachbereich Führung.
Transkript
Transkript lesen
Automatisch erstellt von Riverside, Zeitangaben in Kapiteln sind ungefähr.
Zum Nachlesen
Den Artikel zur Folge findest du im Blog:
Digitalisierung auf Augenhöhe in Sachsen-Anhalt


