
Dieses Dorf hängt Hongkong in der Digitalisierung ab
Digitalisierung in der Verwaltung? Klingt in Deutschland oft nach Endlosprojekten, Ausschreibungen und Frust. Man will ja – aber zwischen IT-Vorgaben, Zuständigkeiten und Ressourcenmangel fühlt es sich schnell unlösbar an. Und dann kommt ein 2.000-Seelen-Dorf und zeigt, wie’s gehen kann.
Etteln zeigt, wie Digitalisierung vor Ort aussehen kann: Bürgerinnen und Bürger buchen über eine App das elektrische Dorftaxi oder das Lastenrad – ganz ohne Papierkram. Sie bekommen eine Nachricht, wenn der Altkleidercontainer voll ist, und können über dieselbe App ihre Meinung zu neuen Projekten abgeben. Wer im Ort wohnt, lebt mit gutem Gefühl nachhaltiger: Denn Etteln produziert mehr Strom, als es verbraucht – und der eigene Tarif ist günstiger als die Grundversorgung. Und wenn es stark regnet, wissen die Verantwortlichen genau, wo es kritisch wird – denn sie können auf aktuelle Daten zu Wasserständen und Bodenfeuchte zugreifen. All das funktioniert, weil nicht Technik im Mittelpunkt steht, sondern das Leben im Dorf.
Klar: Etteln ist keine Behörde. Aber genau deshalb zeigt dieses Beispiel so deutlich, woran Digitalisierung in der Verwaltung oft scheitert – und wie es auch gehen kann. Nicht mit Millionenbudgets oder Strategiepapiere, sondern mit konkreten Lösungen, die den Alltag verbessern und Menschen einbinden.

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