
Selbstorganisation statt Hierarchien – so verändert New Work einen Bauhof.
2017 führte die Stadt Herrenberg eine umfassende Mitarbeiterbefragung zur Zukunftsfähigkeit der Verwaltung durch. Dabei zeigte sich, dass insbesondere im Bauhof große Unzufriedenheit herrschte. Die Gründe: Eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten, starre Hierarchien und das Gefühl, persönlich und finanziell nicht weiterzukommen.
Herrenberg entschied sich für einen mutigen Schritt: Die gerade frei gewordene Meisterstelle wurde nicht nachbesetzt und die Mitarbeitenden des Bauhofs organisieren sich selbst - ohne klassische Hierarchie.
Anstelle eines einzelnen Vorgesetzten verteilt sich die Führungsverantwortung nun auf ein fünfköpfiges Führungskollektiv. Mitarbeitende, die sich weiterentwickeln wollen, übernehmen neue Aufgaben und erhalten dafür eine höhere Vergütung.
Und das mit Erfolg:
Schnellere Abläufe: Entscheidungen werden nun direkt im Team getroffen, ohne die früheren Verzögerungen durch die Meisterebene.
Mehr Effizienz: In den ersten zwei Jahren der Selbstorganisation wurden jährlich 200 zusätzliche Aufträge erledigt – ohne zusätzliches Personal.
Weniger Krankheitsausfälle: Die Krankheitsquote im Bauhof liegt bei 7 % und damit deutlich unter dem städtischen Durchschnitt.
Bessere Personalgewinnung: Erstmals erhält der Bauhof Initiativbewerbungen, da das neue Arbeitsmodell Fachkräfte anzieht.
Herrenberg beweist: Auch Verwaltungen können New Work umsetzen – und es lohnt sich. Der Bauhof zeigt, dass flachere Hierarchien, mehr Eigenverantwortung und gezielte Digitalisierung nicht nur Abläufe beschleunigen, sondern vor allem die Zufriedenheit der Mitarbeitenden spürbar steigern. Wer Verantwortung übernimmt, arbeitet motivierter – und das wirkt sich direkt auf die Leistung aus

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