Analyse

Wer Behörden-Inhalte sehen will, sollte das ohne Daten-Preisgabe tun können

Christian Ries, Mitgründer von Stage, im Ehrenbehörde-Podcast: Warum Behörden-Content ohne Plattform-Zwang zugänglich sein sollte.

Key Takeaways

  1. Christian Ries argumentiert, dass Bürgerinnen und Bürger ein Recht haben sollten, Behörden-Inhalte zu konsumieren, ohne ihre Daten ins Ausland zu senden.
  2. Stage spiegelt Social-Media-Beiträge von US-Servern auf deutsche Server und spielt sie von dort auf die Behörden-Webseite aus.
  3. Das Bundespresseamt nutzt diesen Ansatz für die Bundesregierung. Auf bundesregierung.de erscheinen die neuesten Social-Media-Posts ohne direkten Plattform-Datenfluss.

Worum es Christian Ries geht

Christian Ries ist Mitgründer des Anbieters Stage, einer technischen Lösung, die Social-Media-Inhalte von Plattformen wie Instagram, Facebook und LinkedIn auf eigenen Servern in Deutschland archiviert und sie von dort auf Webseiten ausspielt. Im Ehrenbehörde-Podcast formuliert er ein zentrales Argument für diese Lösung:

"Wenn man praktisch Steuergelder bezahlt, um Beamten zu bezahlen, die Social-Media-Content erstellen, dann habe ich als Bürger eigentlich ein Recht darauf, das konsumieren zu können, ohne dass ich noch mal extra meine Daten ins Ausland schicken muss. In Deutschland produzierter Social-Media-Content sollte für deutsche Bürger zugänglich sein, ohne dass sie ins Ausland gehen müssen, mit ihren Geräten oder einer Verbindung."

Aus seiner Sicht ist das die eigentliche Frage. Nicht ob Behörden Social Media machen dürfen, sondern wie Bürgerinnen und Bürger den Inhalt konsumieren können, ohne Plattform-Anmeldung oder Datenfluss zu Drittländern.

Wie Stage das technisch löst

Christian Ries beschreibt den Mechanismus im Podcast:

"Wir archivieren die ganzen Social-Media-Beiträge von amerikanischen Servern auf deutsche. Und von diesem Archiv spielen wir die Beiträge auf die Webseite aus. Der Nutzer bekommt das gar nicht mit. Er sieht einfach nur die Beiträge, die Videos. Und wir können einfach auch gleich dieses Archiv für die Verwaltung aufbauen."

Konkret heißt das: Eine Behörde postet weiterhin auf Instagram, Facebook oder LinkedIn wie gewohnt. Stage kopiert diese Posts auf eigene Server in Deutschland. Wenn Bürgerinnen und Bürger dann die Behörden-Webseite besuchen, sehen sie die aktuellen Social-Media-Beiträge dort eingebettet, geladen direkt von den deutschen Servern.

Aus Sicht der Nutzenden ändert sich am Erlebnis nichts. Aus Sicht des Datenflusses ändert sich alles, weil beim Webseiten-Besuch keine direkte Verbindung zu den Plattformen aufgebaut wird.

Das Beispiel Bundespresseamt

Christian Ries nennt den größten Stage-Kunden im Podcast:

"Der größte neueste Kunde ist das Bundespresseamt, also das BPA und dadurch indirekt auch die Bundesregierung und der Bundeskanzler. Wenn man auf bundesregierung.de geht, auf der Startseite direkt ein bisschen herunterscrollt, sieht man dann auch die neuesten Social-Media-Beiträge und die werden direkt von unserem Server geladen."

Auf der offiziellen Webseite der Bundesregierung sind die neuesten Posts der Bundesregierung also für alle Besucherinnen und Besucher sichtbar, auch für die ohne Plattform-Account und ohne Datenpreisgabe.

Das Problem aus seiner Sicht

Christian Ries beschreibt im Podcast eine Beobachtung aus den ersten Jahren:

"Uns war relativ schnell am Anfang klar, dass wir die technische Lösung haben, die eigentlich alle brauchen. Aber die, die das Problem haben, wussten nicht, wie die Lösung aussieht."

Aus seiner Erfahrung wollten Behörden Social Media machen, niemanden von der Kommunikation ausschließen und das Datenschutz-Problem nicht haben. Drei Wünsche, die in der Praxis schwer gleichzeitig zu erfüllen seien, ohne eine Vermittler-Lösung wie Stage.

Die langfristige Vision

Über das aktuelle Produkt hinaus beschreibt Christian Ries eine größere Vorstellung:

"Die langfristige Version von Stage ist natürlich, dass möglichst alle öffentlichen Einrichtungen, die von Steuergeldern finanzierten Social-Media-Content veröffentlichen, dass dieser ganze Content in unserem zentralen Archiv landet. Und in diesem Archiv haben wir durch unsere Sicherheits- und Sign-up-Prozesse eine sehr hochwertige Datenquelle von allem, was in Deutschland passiert. Aber dieses Archiv ist dann komplett fake-news-frei, weil jeder Inhalt, der darin landet, muss erst durch den redaktionellen Prozess von einem Social-Media-Team in einer öffentlichen Behörde laufen."

Das öffentliche Archiv ist unter stage.bio bereits einsehbar und wächst mit jedem neuen Behörden-Kunden.

Häufige Fragen

Was ist Stage genau?
Stage ist ein technischer Anbieter, der Social-Media-Beiträge von Plattformen auf eigene Server in Deutschland kopiert und sie von dort auf Webseiten ausspielt. Die Behörde nutzt Social Media wie gewohnt, Stage kümmert sich um die Spiegelung.

Wer setzt Stage bereits ein?
Laut Christian Ries im Podcast ist das Bundespresseamt der größte Kunde. Dadurch werden auch die Inhalte der Bundesregierung und des Bundeskanzler-Accounts auf bundesregierung.de eingebunden.

Müssen Bürgerinnen und Bürger einen Account haben, um Behörden-Inhalte über Stage zu sehen?
Nein. Die Beiträge werden auf der Behörden-Webseite eingebettet und können dort von allen aufgerufen werden, ohne Anmeldung bei den Plattformen.

Welche Vision verfolgt Stage langfristig?
Christian Ries beschreibt das Ziel als ein zentrales Archiv aller Social-Media-Inhalte, die deutsche Behörden veröffentlichen. Unter stage.bio ist das Archiv bereits öffentlich einsehbar.

Die ganze Folge anhören

Den vollständigen Podcast mit Christian Ries, Mitgründer von Stage, gibt es auf YouTube, Spotify und Apple Podcasts.

Bist du selbst Behördenmensch?

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Luisa Welink
Community Managerin
Community Managerin von EHRENBEHÖRDE
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Annkathrin
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Seitdem ich Teil des Social Media Fachbereichs bin, fühle ich mich nicht mehr so alleine. Ich weiß jetzt in allen Behörden gibt es Menschen, die genau die gleichen Themen und Probleme haben wie ich.

Social Media
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Dec 12, 2025
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Dec 12, 2025
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Dec 12, 2025