Analyse

Drei Skills für Führungskräfte in der Verwaltung

Julia Rose, Volljuristin und Fachbereichsleiterin im Landkreis, nennt drei Kompetenzen, die Führungskräfte in der Verwaltung jetzt brauchen.

Key Takeaways

  1. Reflektionsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Wertschätzung sind die drei Kompetenzen, die in der modernen Verwaltungsführung zählen.
  2. Wertschätzende Führung beginnt im Alltag, zum Beispiel mit dem ersten Stopp beim Wachtmeister, bevor der eigentliche Arbeitstag startet.
  3. Wer auf Beziehungsebene statt mit reiner Regenschaft führt, verändert nicht nur die Stimmung im Team, sondern auch die Bindung von Mitarbeitenden.

Wer das sagt und warum das zählt

Julia Rose ist Volljuristin und Fachbereichsleiterin Bauen und Umwelt in einer niedersächsischen Landkreisverwaltung. Acht Ämter und rund 200 Mitarbeitende sind ihr unterstellt, dazu kommt das Großprojekt zur Räumung des Dethlinger Teichs. Seit fast zehn Jahren führt sie Menschen, davon den Großteil im öffentlichen Dienst. Die drei Kompetenzen, die sie für die Verwaltungsführung der nächsten Jahre für entscheidend hält, hat sie im Live-Podcast von Ehrenbehörde auf eine Frage aus dem Chat benannt.

"Reflektionsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Wertschätzung." Julia Rose

Was die drei Skills konkret bedeuten

Skill 1: Reflektionsfähigkeit. Führungskräfte in der Verwaltung haben es zunehmend mit komplexen, oft widersprüchlichen Anforderungen zu tun. Politik gibt eine Richtung vor, das Personal vor Ort weiß, dass die Umsetzung anders aussieht, gleichzeitig steigt der Druck durch Fachkräftemangel und Digitalisierung. Wer hier ohne regelmäßige Selbstreflektion führt, läuft entweder dem nächsten Trend hinterher oder verharrt im "Haben wir schon immer so gemacht". Reflektion heißt, sich ehrlich zu fragen, was im eigenen Bereich funktioniert, was nicht, und welcher Anteil davon mit der eigenen Rolle zu tun hat.

Skill 2: Kommunikationsfähigkeit. Das ist mehr als E-Mails schreiben oder Sitzungen leiten. In der Verwaltung bedeutet Kommunikation, zwischen sehr verschiedenen Welten zu übersetzen: zwischen Politik und Sachbearbeitung, zwischen rechtlicher Norm und Bürgerinnen und Bürgern, zwischen Fachjargon und Alltagssprache. Führungskräfte, die das beherrschen, sind diejenigen, die nicht von oben herab erklären, sondern zuhören und zurückspielen. Sie schaffen es, dass Mitarbeitende das eigene Tun in einen größeren Sinn einordnen können. Das ist ein wesentlicher Hebel gegen den vielzitierten Verwaltungsfrust.

Skill 3: Wertschätzung. Wertschätzung ist in der Verwaltung kein nettes Add-on, sondern Voraussetzung dafür, dass Menschen langfristig bleiben und sich einbringen. Rose ordnet das Verhältnis von Wertschätzung und Führung dabei klar:

"Wertschätzung gehört zur Führung, aber Führung gehört nicht unbedingt zur Wertschätzung. Wertschätzung kann ja auch ganz viel was anderes sein." Julia Rose

Das heißt: Eine Führungskraft, die Wertschätzung lebt, tut das nicht nur gegenüber dem direkten Team, sondern gegenüber allen, die zur Arbeitsfähigkeit der Organisation beitragen.

Wertschätzung in der Praxis: Die Wachtmeister-Anekdote

Was Wertschätzung im Verwaltungsalltag konkret heißen kann, erklärt Rose an einer Geschichte aus ihrer Anfangszeit. Anfang 20 wurde sie zum ersten Mal Vorgesetzte einer Gruppe Wachtmeister im Gericht. Eine Personengruppe, ohne die ein Gericht nicht funktioniert, in der Eingruppierung aber weit unten.

"Was habe ich gemacht? Ich bin jeden Tag, wenn ich gekommen bin, erstmal zum Wachtmeister, habe gesagt: Jo, läuft alles, Fax geht, alles geht gut. Und die waren so dankbar." Julia Rose

Die Geste hat einen einfachen, aber wirksamen Mechanismus. Wer zuerst dorthin geht, wo selten jemand vorbeischaut, signalisiert, dass die Arbeit dort gesehen wird. Genau das meint Rose mit Führung auf Beziehungsebene. Es ist anstrengender als reines Anweisen, lässt Mitarbeitende aber aufblühen.

Was das praktisch bedeutet

  • Wer eine Führungsposition übernimmt, sollte sich täglich Zeit nehmen, mit den weniger sichtbaren Funktionen im Haus zu sprechen.
  • Reflektion und Wertschätzung sind keine weichen Themen, sondern direkte Stellschrauben für die Bindung von Mitarbeitenden und für die Arbeitsqualität.
  • Kommunikation in der Verwaltung heißt heute nicht mehr nur Reporting nach oben, sondern Übersetzungsarbeit zwischen Politik, Recht und Praxis.

Häufige Fragen

Wer hat diese drei Skills genannt?
Julia Rose, Volljuristin und Fachbereichsleiterin Bauen und Umwelt in einer niedersächsischen Landkreisverwaltung. Sie hat sie auf eine Frage aus dem Live-Chat im Ehrenbehörde-Podcast benannt.

Warum gerade diese drei und nicht klassische Management-Kompetenzen?
Weil Verwaltungsführung heute andere Anforderungen hat als noch vor 20 Jahren. Politik, Digitalisierung, Personalmangel und gestiegene Erwartungen aus der Bürgerschaft erfordern mehr Vermittlungs- und Beziehungsarbeit, weniger reine Hierarchie.

Reicht Wertschätzung allein als Führungsstil?
Nein. Rose betont, dass auch Strenge dazugehört. Wertschätzung ersetzt keine Klarheit, sondern ergänzt sie.

Wie kann ich die drei Skills im Verwaltungsalltag konkret entwickeln?
Mit kleinen Routinen: einmal pro Woche bewusst reflektieren, wo etwas gut oder schlecht gelaufen ist; in Sitzungen mehr Übersetzungsarbeit als Anweisung leisten; und sich täglich einen kurzen Moment für die weniger sichtbaren Funktionen im Haus nehmen.

Die ganze Folge anhören

Die drei Skills hat Julia Rose im Live-Podcast bei Ehrenbehörde benannt. Die ganze Folge gibt es auf YouTube, Spotify und Apple Podcasts.

Bist du selbst Behördenmensch?

Auf der Plattform für Behördenmenschen kannst du dich mit anderen austauschen, Antworten auf Alltagsfragen finden und Teil einer Community werden, die Wertschätzung für die Verwaltung lebt.

Luisa Welink
Community Managerin
Community Managerin von EHRENBEHÖRDE
Für wen ist das was

Du bist nicht alleine mit deinem Thema.

Stimmen von denen, die schon dabei sind. Aus unterschiedlichen Behörden und Rollen. Was sie verbindet: Alle arbeiten jeden Tag an unserer Demokratie.

Annkathrin
Volontärin Social Media

Seitdem ich Teil des Social Media Fachbereichs bin, fühle ich mich nicht mehr so alleine. Ich weiß jetzt in allen Behörden gibt es Menschen, die genau die gleichen Themen und Probleme haben wie ich.

Social Media
Philipp
Stabsstellenleiter

Die KI-Pflichtschulung von Ehrenbehörde ist klar strukturiert, fachlich fundiert und sofort nutzbar. Da die Schulung komplett digital stattfindet, können alle Kolleginnen und Kollegen ortsunabhängig und in ihrem individuellen Tempo lernen. So entsteht ein einheitliches Wissensniveau bei gleichzeitig rechtssicherer Dokumentation. Aus meiner Sicht der Standard, den Verwaltungen jetzt brauchen.

Dec 12, 2025
Marie
Social Media Managerin

Ehrenbehörde ist für mich ehrlicher Austausch und Fortbildung, die mich im Arbeitsalltag wirklich weiter bringt. Luisa und Peter sind stets ansprechbar und helfen mit Rat, neuen Perspektiven und viel Motivation.

Kommunikation
Manuel
KI-Beauftragter

Das Konzept von EHRENBEHÖRDE ist wirklich einzigartig. Das kann man nur gut finden, weil es endlich das macht, was wir in der Verwaltung am meisten brauchen: voneinander lernen, statt alles alleine neu zu lernen.

Dec 12, 2025
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Bürgermeister

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Personal
Sabrina
Sachbearbeiterin

Die KI-Pflichtschulung hat mich positiv überrascht: Sie ist praxisnah, verständlich und auch ohne Vorkenntnisse gut zu bewältigen. Besonders hilfreich finde ich, dass die Inhalte nicht nur auf rechtliche Vorgaben eingehen, sondern auch konkrete Beispiele liefern, wie KI im Behördenalltag sinnvoll und sicher genutzt werden kann. Die Module sind kurzweilig, machen das Thema greifbar und regen zum Weiterdenken an – ein echter Mehrwert für alle!

Dec 12, 2025