Leitfaden

KI-Pflichtschulung in Behörden: Was der EU AI Act jetzt verlangt

Seit Februar 2025 müssen Behörden ihre Mitarbeitenden zu KI schulen. Was Artikel 4 EU AI Act konkret verlangt, wer betroffen ist und wie ihr die Pflichtschulung rechtssicher umsetzt.

Was die KI-Kompetenzpflicht für Behörden bedeutet

Seit Februar 2025 gilt Artikel 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz, kurz EU AI Act. Er verpflichtet alle Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, ein angemessenes Maß an KI-Kompetenz bei den Mitarbeitenden sicherzustellen, die mit diesen Systemen umgehen. Das gilt für Privatwirtschaft genauso wie für Behörden, vom kleinen Rathaus bis zur Bundesoberbehörde.

Die kurze Antwort auf die häufigste Frage zuerst: Eine Behörde, die intern oder im Bürgerkontakt mit KI arbeitet, ist Betreiberin im Sinne des AI Act. Sie muss schulen. Kein "wenn", kein "vielleicht", kein "wir warten erst mal ab".

Wer in eurer Behörde geschult werden muss

Die Verordnung spricht vom Personal und anderen Personen, die im Auftrag der Behörde mit KI-Systemen umgehen. Praktisch heißt das:

Wer KI-Systeme nur passiv erlebt (zum Beispiel wenn ein Bürger:innen-Antrag durch ein KI-System vorsortiert wird, ohne dass die Sachbearbeitung das aktiv steuert), muss laut aktueller Auslegung nicht geschult werden. Die Grauzone ist groß. Im Zweifel: lieber schulen.

Was eine angemessene KI-Kompetenz konkret heißt

Der EU AI Act gibt keine harte Stundenzahl vor. Er verlangt eine angemessene Schulung, abgestuft nach Rolle, Risiko und Vorerfahrung. Die EU-Kommission und die Bundesnetzagentur haben dazu Leitlinien veröffentlicht, an denen ihr euch orientieren könnt.

In der Praxis hat sich für Behörden ein Drei-Ebenen-Modell etabliert:

Grundlagenschulung für alle Mitarbeitenden (etwa 60 bis 90 Minuten) vermittelt was KI ist, wo sie eingesetzt wird, welche Risiken bestehen und wie der eigene Umgang aussehen sollte. Dazu gehören Halluzinationen, Datenschutz, Vertraulichkeitsverletzungen und Bias.

Vertiefungsschulung für aktive KI-Nutzer:innen (etwa zwei bis vier Stunden) geht in konkrete Anwendungsfälle, Prompt-Hygiene, Verifikation von Ergebnissen und behördenspezifische Regeln zum Beispiel zu personenbezogenen Daten in Prompts.

Spezialschulung für Verantwortliche und KI-Beauftragte (mehrere Tage) behandelt Risikomanagement, Konformitätsbewertung, Hochrisiko-Klassifizierung und das Zusammenspiel mit DSGVO und IT-Sicherheits-Recht.

Wie ihr die Pflichtschulung rechtssicher dokumentiert

Die Schulung selbst ist Pflicht, der Nachweis genauso. Behörden müssen darlegen können, wer wann zu welchen Inhalten geschult wurde. Das ist relevant für interne Revision, aufsichtliche Anfragen und in Verfahren, in denen die KI-Nutzung eine Rolle spielt.

Was in die Dokumentation gehört:

Wer das in Excel-Tabellen verteilt über fünf Laufwerke führt, hat im Ernstfall ein Problem. Ein zentrales Lernmanagement, das Schulungsstand, Teilnahme und Wiederholung trackt, ist der Standard, den Verwaltungen jetzt brauchen.

Was passiert, wenn ihr nicht schult

Die Bußgeld-Logik des EU AI Act ist gestaffelt. Verstöße gegen Artikel 4 fallen in den unteren Bereich, sind aber nicht vernachlässigbar: bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des Jahresumsatzes für Unternehmen. Für Behörden gilt der Bußgeldrahmen mit Einschränkungen, aber: Wenn eure Behörde wegen mangelnder KI-Kompetenz einen Schaden anrichtet, etwa durch eine falsche KI-Entscheidung mit Bürgerschaden, hängt die Haftungsfrage direkt davon ab, ob ihr eure Schulungs-Pflicht erfüllt habt.

Praktisch noch wichtiger: Eure interne Glaubwürdigkeit. Wenn ihr KI ohne Schulung einsetzt und das schiefgeht, ist die erste Frage des Datenschutz-Beauftragten oder der Hausspitze: Wieso wurde das nicht vorher geschult.

Wie ihr jetzt anfangt

Drei Schritte, in dieser Reihenfolge:

EHRENBEHÖRDE bietet eine KI-Pflichtschulung speziell für Behörden an, die alle drei Ebenen abdeckt, mit Nachweis, Wissensprüfung und Wiederholungs-Logik. Wer tiefer einsteigen will: Unsere Lösung KI einführen begleitet euch nicht nur durch die Pflichtschulung, sondern hilft beim ganzen Aufbau einer rechtssicheren KI-Praxis in eurer Verwaltung.

Häufige Fragen

Müssen wir auch Auszubildende und Praktikant:innen schulen?
Ja, sobald sie mit KI-Systemen arbeiten. Anfänger-Wissen ist hier kein Argument, sondern genau der Grund warum Schulung Pflicht ist.

Reicht eine einmalige Schulung oder müssen wir wiederholen?
Eine einmalige Schulung reicht nicht. Der EU AI Act verlangt angemessene Kompetenz dauerhaft. KI-Systeme entwickeln sich schnell, Schulungen müssen mitziehen. Üblich ist eine Auffrischung im Jahresrhythmus.

Was, wenn wir noch gar keine KI nutzen?
Sobald ihr KI einführt oder zulasst, dass Mitarbeitende Tools wie ChatGPT nutzen, beginnt die Pflicht. Wer das aktiv unterbinden will, braucht eine schriftliche, durchgesetzte Regel. Das ist meist schwerer als zu schulen.

Peter Gneuß
Gründer
Gründer von EHRENBEHÖRDE
Für wen ist das was

Du bist nicht alleine mit deinem Thema.

Stimmen von denen, die schon dabei sind. Aus unterschiedlichen Behörden und Rollen. Was sie verbindet: Alle arbeiten jeden Tag an unserer Demokratie.

Annkathrin
Volontärin Social Media

Seitdem ich Teil des Social Media Fachbereichs bin, fühle ich mich nicht mehr so alleine. Ich weiß jetzt in allen Behörden gibt es Menschen, die genau die gleichen Themen und Probleme haben wie ich.

Social Media
Philipp
Stabsstellenleiter

Die KI-Pflichtschulung von Ehrenbehörde ist klar strukturiert, fachlich fundiert und sofort nutzbar. Da die Schulung komplett digital stattfindet, können alle Kolleginnen und Kollegen ortsunabhängig und in ihrem individuellen Tempo lernen. So entsteht ein einheitliches Wissensniveau bei gleichzeitig rechtssicherer Dokumentation. Aus meiner Sicht der Standard, den Verwaltungen jetzt brauchen.

Dec 12, 2025
Marie
Social Media Managerin

Ehrenbehörde ist für mich ehrlicher Austausch und Fortbildung, die mich im Arbeitsalltag wirklich weiter bringt. Luisa und Peter sind stets ansprechbar und helfen mit Rat, neuen Perspektiven und viel Motivation.

Kommunikation
Manuel
KI-Beauftragter

Das Konzept von EHRENBEHÖRDE ist wirklich einzigartig. Das kann man nur gut finden, weil es endlich das macht, was wir in der Verwaltung am meisten brauchen: voneinander lernen, statt alles alleine neu zu lernen.

Dec 12, 2025
Marlo
Bürgermeister

Gerade im Arbeitgebermarketing braucht Verwaltung Mut. Ehrenbehörde bestärkt uns darin, neue Wege zu gehen und kommunale Arbeit zeitgemäß zu präsentieren.

Personal
Sabrina
Sachbearbeiterin

Die KI-Pflichtschulung hat mich positiv überrascht: Sie ist praxisnah, verständlich und auch ohne Vorkenntnisse gut zu bewältigen. Besonders hilfreich finde ich, dass die Inhalte nicht nur auf rechtliche Vorgaben eingehen, sondern auch konkrete Beispiele liefern, wie KI im Behördenalltag sinnvoll und sicher genutzt werden kann. Die Module sind kurzweilig, machen das Thema greifbar und regen zum Weiterdenken an – ein echter Mehrwert für alle!

Dec 12, 2025