Katja Kümmel ist stellvertretende Leiterin der Zentralabteilung im Hessischen Wirtschaftsministerium und leitet eine Gruppe für Digitalisierung, IT-Sicherheit und Datenschutz. Im Ehrenbehörde-Podcast beschreibt sie, wie Hessen den Quick-Check-Bauantrag entwickelt und ausgerollt hat:
"Wir haben gerade live gesetzt einen sogenannten Quick-Check-Bauantrag. Gemeinsam entwickelt mit Startups, gemeinsam entwickelt auch mit unserem Fachbereich. Das war ein ganz spannendes Vorhaben."
Der Startpunkt war ein Wettbewerb:
"Aus dem Gedanken heraus, welche Probleme haben wir in der Verwaltung, die gemeinsam mit Startups einer einfachen Lösung zugeführt werden könnten, haben da einen Wettbewerb ausgeschrieben, da konnten sich Startups bewerben."
Dann ging es weiter:
"Wir haben zuerst mit unseren Fachbereichen diese Probleme evaluiert, dann wurde der Wettbewerb ausgeschrieben, dann wurden Lösungsszenarien gesucht und zwei der Vorhaben, die wir dann hatten, und eins war der Quick-Check-Bauantrag, die haben wir dann tatsächlich mit einem wieder ausgeschriebenen Startup realisiert."
Die Realisierungsphase lief 2025. Dann ging das Tool live.
Bei früheren Projekten hatte Hessen Kommunen einzeln gefragt, ob sie mitmachen wollen. Beim Quick-Check-Bauantrag hat das Land bewusst einen anderen Weg gewählt:
"Wir haben hier nicht gefragt, wer will. Sondern wir haben gesagt, das ist ein Tool, das läuft, und wir schalten das jetzt für über 400 Kommunen in Hessen live. Und ihr braucht nicht mehr zu tun, als zu sagen: Ach übrigens, ich bin jetzt auch dabei, und es in eure Internetpräsenz einzubinden. Damit ist es live."
Aus Kümmels Sicht ist das eine wichtige Verschiebung. Statt jedes Mal politisch verhandeln zu müssen, ob eine Kommune mitmacht, ist die Lösung schon da. Die Kommunen müssen sie nur einbinden.
Eine besondere Geschichte aus dem Podcast: Katja Kümmel hat das Vorhaben als Leiterin begleitet. Aber die wirkliche Wirkung wurde ihr erst klar, als sie selbst zu Hause war.
"Ich saß dann am Wochenende, nachdem das live gegangen war, zu Hause mit meiner Familie auf der Couch und hatte den Gedanken: Hat meine Heimatkommune eigentlich live geschaltet? Bin ins Netz, bin auf die Seite meiner Kommune."
Sie fand die Lösung in Rödermark. Ihr Mann reagierte sofort:
"Mein Mann sagte: Wir haben noch keine Gartenhütte, dann gib doch mal ein, wie ist denn das, wenn wir uns das Modell aussuchen?"
Kümmel zieht daraus eine grundlegende Schlussfolgerung:
"Das ist die persönliche Betroffenheit. Wenn das schon so ist, wenn man das selber macht, wie ist es denn dann bei allen anderen, die viel weiter weg sind?"
Aus Kümmels Sicht reicht es nicht, dass das Land eine Lösung anbietet. Damit sie auch genutzt wird, muss die Kommune vor Ort kommunizieren:
"Wenn eine Kommune von sich aus sagt: Ich will das haben, dann kann auch die Kommune für sich dafür werben und sagen: Wir haben das jetzt. Und es bringt der Kommune einen unmittelbaren Vorteil, wenn sie das macht, weil sie kriegt weniger Anrufe. Beispielsweise zur Frage: Ich möchte eine Gartenhütte bauen, brauche ich denn einen Bauantrag?"
Der Mehrwert für die Kommune ist also doppelt: weniger Anrufe in der Verwaltung, mehr Service für Bürgerinnen und Bürger.
Aus Kümmels Beschreibung lassen sich drei Punkte ableiten, die für andere Behörden interessant sein könnten:
Was ist der Quick-Check-Bauantrag?
Ein digitales Tool, mit dem Bürgerinnen und Bürger in Hessen schnell prüfen können, ob ihr Bauvorhaben einen formalen Bauantrag braucht oder nicht. Typisches Beispiel: eine kleine Gartenhütte.
Wie ist das Tool entstanden?
Aus einem Ideenwettbewerb 2022, in dem Startups Lösungen für Verwaltungs-Probleme vorschlagen konnten. Zwei davon wurden realisiert, einer ist der Quick-Check-Bauantrag.
Wie viele Kommunen sind dabei?
Über 400 hessische Kommunen sind gleichzeitig live geschaltet worden. Sie müssen das Tool nur in ihre Internetpräsenz einbinden, dann ist es bei ihnen aktiv.
Was bringt das den Kommunen?
Weniger Anrufe in der Verwaltung mit Standardfragen, plus ein Service-Angebot, das Bürgerinnen und Bürger ohne Behördentermin nutzen können.
Den vollständigen Podcast mit Katja Kümmel gibt es auf YouTube, Spotify und Apple Podcasts.
Auf der Plattform für Behördenmenschen kannst du dich mit anderen austauschen, Antworten auf Alltagsfragen finden und Teil einer Community werden, die Wertschätzung für die Verwaltung lebt.
Stimmen von denen, die schon dabei sind. Aus unterschiedlichen Behörden und Rollen. Was sie verbindet: Alle arbeiten jeden Tag an unserer Demokratie.

Seitdem ich Teil des Social Media Fachbereichs bin, fühle ich mich nicht mehr so alleine. Ich weiß jetzt in allen Behörden gibt es Menschen, die genau die gleichen Themen und Probleme haben wie ich.

Die KI-Pflichtschulung von Ehrenbehörde ist klar strukturiert, fachlich fundiert und sofort nutzbar. Da die Schulung komplett digital stattfindet, können alle Kolleginnen und Kollegen ortsunabhängig und in ihrem individuellen Tempo lernen. So entsteht ein einheitliches Wissensniveau bei gleichzeitig rechtssicherer Dokumentation. Aus meiner Sicht der Standard, den Verwaltungen jetzt brauchen.

Ehrenbehörde ist für mich ehrlicher Austausch und Fortbildung, die mich im Arbeitsalltag wirklich weiter bringt. Luisa und Peter sind stets ansprechbar und helfen mit Rat, neuen Perspektiven und viel Motivation.

Gerade im Arbeitgebermarketing braucht Verwaltung Mut. Ehrenbehörde bestärkt uns darin, neue Wege zu gehen und kommunale Arbeit zeitgemäß zu präsentieren.

Die KI-Pflichtschulung hat mich positiv überrascht: Sie ist praxisnah, verständlich und auch ohne Vorkenntnisse gut zu bewältigen. Besonders hilfreich finde ich, dass die Inhalte nicht nur auf rechtliche Vorgaben eingehen, sondern auch konkrete Beispiele liefern, wie KI im Behördenalltag sinnvoll und sicher genutzt werden kann. Die Module sind kurzweilig, machen das Thema greifbar und regen zum Weiterdenken an – ein echter Mehrwert für alle!